5 Jahresplan und Kungelrunden im Rathaus

Wie passt das alles zusammen. Da gibt es ein gesteigertes Bedürfnis im Rathaus immer mehr Einwohner in die Gemeinde zu holen, da plant man neue Grundschulen und Kitas. Das ist sehr löblich, denn genau das fehlt ja jetzt schon in der Gemeinde.
Aber was brauchen wir wirklich. Wenn man den Einwohnern zuhört, bekommt man schon mit wo die Entwicklung in den nächsten Jahren hingehen sollte. Ich habe niemanden gehört der sich gegen eine Entwicklung ausgesprochen hat, aber wir sind nun mal keine „Vorstadt“ von Berlin. Wir haben einen dörflichen Charakter und darauf sind die Leute stolz. Ja viele identifizieren sich mit ihrem Wohnort, wollen gestalten, mitbestimmen und informiert sein. Ist das so, wenn es Arbeitstreffen im Rathaus gibt, zu denen bestimmte Gemeindevertreter/Ortsbeiräte eingeladen werden, Investoren und Verwaltung sagen was sie umsetzen möchten. 

Nun es gibt Mitglieder der Gemeindevertretung, die aus beruflichen Gründen nicht an solchen „Kungelrunden“ teilnehmen können, gar nicht erst eingeladen wurden oder auch eben nicht teilnehmen wollen, weil die breite Öffentlichkeit so vor vollendete Tatsachen gestellt wird.. Aus meiner Sicht sollten die Investoren mit städtebaulichen Verträgen an der Entwicklung der Infrastruktur beteiligt werden. Das forderte die Fraktionsgemeinschaft  Die Linke/Bündnis 90/Die Grünen/UWG schon vor längerer Zeit und das nicht um eine starke Bebauung zu ermöglichen, sondern die Entwicklung in der Gemeinde in eine für alle verträgliche Bebauung zu lenken. Es wird immer wieder eingefordert, das Leitbild der Gemeinde mit in die Planungen einzubeziehen. 

Aber und das empfinde nicht nur ich als Gemeindevertreterin so, wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt. B-Pläne und Veränderungssperren laufen ins Leere. Investoren haben „die Perlenkette“ Wandlitz entdeckt. Dieser Begriff kommt nicht von mir sondern ist eine Formulierung aus dem Achsenentwicklungskonzept Pankow-Wandlitz. Dieser favorisiert die Entwicklung entlang der L100 (ehemals B109) und genau das sehen wir gerade in Wandlitzsee. Ein Investor möchte dort ein Gebäude errichten. Dafür sollen zwei historische Villen und die letzten Bäume weichen, dass da der Aufschrei in Wandlitz nur über die sozialen Medien läuft verwundert schon. Ähnliches passiert in Basdorf, auch dort sollen im Heinrich-Heine-Ring und in der Waldheimstraße große Bauvorhaben realisiert werden. Und wer denkt damit ist es genug, in Klosterfelde sollen auf dem ehemaligen Innova Gelände ca. 450 Wohnungen entstehen, das sind noch einmal etwa 1.000 bis 1.300 neue Einwohner.
 
Aber gut wir haben einen 5 Jahresplan und die Arbeitstreffen beim Bürgermeister. Es kann doch nur gut werden?  Unsere Straßen sind am Limit. Das ist nicht nur die Taktung der Heidekrautbahn, denn die Gemeinde umfasst eben nicht nur den Ortsteil Wandlitz.Wir haben auch Orte wo eben nur der Schülerverkehr statt findet.
Wir sollten uns als Gemeinde an unserem  Leitbild orientieren und eine sanfte Entwicklung anstreben.


Kerstin Berbig
Gemeindevertreterin
Mitglied von DIE LINKE

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