Das Baugeschehen in der Gemeinde

Über den Ausbau entlang der L100

Die Mitglieder der Gemeindevertretung beschlossen bereits im Jahr 2017  einen Bebauungsplan für den im Ortsteil Wandlitz gelegenen Bereich zwischen der L 100  und der NEB-Strecke, beginnend am Lanker Weg bis zum Ortsausgang in Richtung Klosterfelde aufzustellen. 

Auslöser für diesen Schritt war die Errichtung der neuen Wohnhäuser an der Ecke Lanker Weg, die eine wahrnehmbare Veränderung des bis dahin dort vorhandenen Ortsbildes war.  In der Begründung des Aufstellungsbeschlusses hatte man u.a. das Ziel formuliert „ … die von der Straßenverkehrsfläche zurückweichenden Bebauung generell zu sichern und dauerhaft zu erhalten“.  

Am 06.12. 2018 wurde zum Bebauungsplan eine erste Konkretisierung in der Gemeindevertretung beschlossen und am 10.02.2019 im Amtsblatt der Gemeinde Wandlitz veröffentlicht und damit rechtskräftig. Ebenso die damit beschlossene Veränderungssperre für den Bereich.

Derzeitig werden nun Pläne vorgelegt und Gespräche mit Investoren im Rathaus geführt. Alte Villen sollen abgerissen werden und zwischen Sparkasse und   Neubau Lanker Weg   weiter intensiv verdichtet werden

Und ab dem Zeitpunkt geschah für die an Kommunalpolitik interessierten BürgerInnen in der Öffentlichkeit nichts mehr. Außer der Tatsache, dass ein Investor namens Laue die Mehrheit der Gemeindevertreter an der Nase herumführte, indem er versprach, sein Bauvorhaben gegenüber der Rosenapotheke von der L 100 weg, nach hinten zu rücken. So erhielt er eine Ausnahmegenehmigung von der Veränderungssperre. Dass er dieses Versprechen nicht einhielt, ist täglich an der Prenzlauer Chaussee zu besichtigen. Und die vom Investor Laue  versprochene Tagespflegeeinrichtung in dem massiven Gebäudekomplex ist auch vom Tisch. Fatal, für diejenigen, die das glauben wollten oder sogar noch heute glauben.

Da Gemeindevertreter nach der Kommunalverfassung  das Recht haben, Anträge auf die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung setzen zu lassen, wurde durch die Fraktion Linke, Grüne, UWG im August 2020  der Antrag  gestellt, weitere Konkretisierungen in den Bebauungsplan „L 100 –Wandlitzsee“  einarbeiten zu lassen, Flächen sollten von Bebauung frei gehalten werden, der Bau Laue  und das Schwörer-Haus sollten nicht als  Maßstab für die Zulässigkeit für weitere Bauvorhaben dienen und die Großzügigkeit mit einer nur geringen Bebauungsdichte und großem Abstand zur Straße gewahrt bleiben. 

Und jetzt setzte zur Überraschung der Antragsteller eine Aktivität in der Gemeindeverwaltung ein, die man sich in ihrer Intensität bereits ein Jahr vorher gewünscht hätte. Allerdings nicht im Inhalt. Derzeitig werden nun Pläne vorgelegt und Gespräche mit Investoren im Rathaus geführt. Alte Villen sollen abgerissen werden und zwischen Sparkasse und   Neubau Lanker Weg   weiter intensiv verdichtet werden. Hatte das der Bürgermeister im Blick als er im Wahlkampf versprach     „ Ich gebe Acht“?  Wollte er mehr auf die Wünsche der Investoren Acht geben als  auf die historischen, ortsbildgebenden Baulichkeiten mit nur geringer Versiegelung?   
Nun wird die Fraktion ihren Antrag zur Konkretisierung des B-Planes noch einmal überarbeiten und zur nächsten Gemeindevertretersitzung vorlegen. Immer verbunden mit dem Gedanken, die   Bebauung, einen geringen Versiegelungsgrad und den grünen Charakter unserer Gemeinde zu erhalten. Darauf muss – so finde ich -   Acht gegeben werden.

- Katrin Guse
Gemeindevertreterin
Mitglied von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN