Landwirte wissen um den Wert intakter Natur – Mit den „Oderland-Bauern“ auf Protestfahrt nach Berlin

Von Dr. Sabine Buder – CDU-Direktkandidatin für den Deutschen Bundestag

Schon seit mehreren Wochen protestieren Landwirte in Berlin gegen das geplante Insektenschutzgesetz. Sein am 10. Februar im Bundeskabinett beschlossener Entwurf durchläuft derzeit das übliche parlamentarische Gesetzgebungsverfahren. An den Protestfahrten durch das Berliner Regierungsviertel haben schon mehrfach auch Landwirte aus Märkisch-Oderland mit ihren Traktoren teilgenommen. 

Um mir ein Bild von der Stimmung unter den Landwirten aus der Region zu machen, bin ich am 10. Februar mit rund 50 Landwirten aus Märkisch-Oderland zu einer Demonstration in die Hauptstadt gefahren. Um 7.30 Uhr in der Frühe startete der Konvoi aus etwa 35 Landmaschinen – einige davon mit Bannern geschmückt – in Schulzendorf. Ich durfte neben Timo Scheib, dem Organisator der hiesigen Bauernproteste, in seinem blauem „New Holland“ Platz nehmen. 

Als praktische Tierärztin für Groß- und Kleintiere habe ich durch die tierärztliche Bestandsbetreuung von landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen einen alltäglichen Bezug zu den politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen in der Landwirtschaft. Mein Fachwissen in den Bereichen Tierhaltung, Tierschutz und Verbraucherschutz durfte ich zum Beispiel im Herbst 2019 in der Fachgruppe „Landwirtschaft und Umwelt“ in die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Brandenburger Landesregierung einbringen. Ich bin der Ansicht, dass regionale Landwirtschaftsbetriebe verbunden mit einer funktionierenden Wertschöpfungskette vor Ort die Grundlage für einen starken ländlichen Raum bilden. 

Über Prötzel, Strausberg, Petershagen-Eggersdorf und Fredersdorf-Vogelsdorf führte die Fahrt entlang der B1 zunächst zur Karl-Marx-Allee in Berlin. Dort fanden die „Oderland-Bauern“ Anschluss an den Demonstrationszug von landwirtschaftlichen Fahrzeugen aus ganz Deutschland, um gemeinsam ins Regierungsviertel zu fahren. Viele Passanten auf den Straßen signalisierten durch Applaus und aufmunternde Gesten ihre Sympathie für die protestierenden Landwirte. Am späten Nachmittag fand eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor statt, danach stand die Heimreise an. Gegen 19 Uhr erreichten der Konvoi wieder Schulzendorf. 

Nach vielen intensiven Gesprächen an diesem Tag bin ich mir sicher: Die Landwirte wissen um den Wert einer intakten Natur und sind bereit, ihren Beitrag zum Insektenschutz zu leisten. Aber sie sorgen sich, die Vielzahl an Auflagen - verbunden mit einem immer größer werdenden bürokratischen Aufwand - irgendwann nicht mehr erfüllen zu können. Sie fürchten, dass „Billiglebensmittel“, die aus Ländern mit deutlich niedrigeren Umwelt- und Tierschutzstandards importiert und im Einzelhandel zu Dumping-Preisen angeboten werden, die regionale Landwirtschaft zerstören. Sie haben Angst um ihre Existenz. 

Die abnehmende Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland zeigt, dass diese Bedenken berechtigt sind. Die Sorgen der Landwirte nehme ich sehr ernst. Ich habe versprochen, ihnen weiterhin zuzuhören, um sie zu verstehen und mich zu kümmern. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Landwirte Gelegenheit bekommen, ihre Anregungen und Hinweise in das anstehende Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Deshalb werde ich zum Beispiel mehrere Videokonferenzen organisieren, in den denen die Landwirte der Region die Möglichkeit haben, mit Agrarpolitikern zu diskutieren. Den Auftakt wird eine digitale Zusammenkunft mit Uwe Feiler machen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. 

Mehr unter www.sabine-buder.de 
oder auf Sabine Buder | Facebook

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