Aktivität ist nicht umsonst

Kein schönes Thema, Friedhofskultur in unserer Zeit, aber alltäglich.

Im Juli 2018 verstirbt meine Schwester und hat den Wunsch, im Heimatort Zerpenschleuse auf der teilanonymen Erdbestattungsanlage beigesetzt  zu werden.Die einzige Anlage dieser Art in unserer Großgemeinde, wird aber leider durch Unkenntniss bis heute zu wenig genutzt. Für die Errichtung hatte ich mich auch stark eingesetzt.  Die Freigabe durch die Friedhofssatzung erfolgte im Dezember 2015. Wird man mit dem Anliegen einer Beisetzung betraut, merkt man erst, was alles beachtet werden muß und kann.

Bei der Beauftragung des Namensschildes merkte ich, was die Satzung hierzu aussagt, Vorname  und  Name sind gestattet.Meine Schwester hatte unser Dorf mit der Aufnahme eines Studiums verlassen und wohnte dann in Greifswald. Da ihr Mädchenname bekannt ist und der eheliche Name  hier nichts aussagt, stellte ich am 29. August 2018 den Antrag auf Änderung der Friedhofssatzung, mit der Begründung, auch den Geburtsnamen auf das Namensschild setzen zu dürfen.

Am 03. September erfolgte eine schnelle Antwort,  NEIN, und dass eine Änderung der Satzung momentan nicht vorgesehen sei, eine sehr bürgerfreundliche Antwort.Auf der Urnengemeinschaftsanlage in Zerpenschleuse sieht es anders aus. Hier wurde es gestattet, mit Vornamen – Nachnamen – und Geburts- und Sterbedaten an den Verstorbenen zu erinnern, was ich mit Bildern belegte und neu beantragte.

Mit einer banalen Antwort auf eine Änderung des Bestattungsgesetzes wurde erneut
mein Ersuchen abgelehnt, und über den Ortsbeirat sollte ich einen neuen Antrag stellen.

Am 4. Nov. unternahm ich einen 3. Versuch, der wieder schnell am 8. des gleichen
Monats  abgelehnt wurde. Am 12. Nov. schrieb ich an die Bürgermeisterin und schilderte einen  ganz aktuellen Fall, dass entgegen der Satzung entschieden wurde.
Zwischenzeitlich schrieb ich alle Ortsvorsteher an, um auf die Situation für alle hin-
zuweisen, leider ohne eine Reaktion. Da frage ich mich schon, wie bürgernah sind die gewählten Vertreter? Sicherlich gibt es wichtigere Anliegen.

Am 26. Februar kam die offizielle Ablehnung auf mein Schreiben vom 12. November, mit dem Hinweis, dass  ich gerichtlich weitergehen könnte und natürlich für alle Kosten aufkommen müßte, was ich für unangemessen hielt. Ich nahm an Ausschusssitzungen teil, so am18.03. 2019, teilte meine Gedanken mit und bat, es als Antrag aufzunehmen. Zwei Wortmeldungen mit Zustimmung wurden geäussert, aber eine Aufnahme des Antrages wurde nicht daraus.

Am 23. November 2020 ergriff ich erneut das Wort in der Hauptausschusssitzung, in der die Friedhofsatzung beschlossen werden sollte. Hier fand ich auf einmal viele offene Ohren und Zustimmung, auch beim Bürgermeister, sodass die Annahme vertagt und eine Änderung aufgenommen wurde.
Schon in der Gemeindevertretersitzung am 3. Dezember wurde mir zu meiner Anfrage zur neuen Satzung  die Annahme der Änderung mitgeteilt. Nun steht es im Amtsblatt vom 06. Januar 2021 im § 24 als ggf. zulässig.
Wolfgang  Hundt 

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