E-Auto: So wird die Privatnutzung besteuert

Der Steuertipp im April 2021

Elektroautos sind stark im Kommen. Laut Statista werden hinsichtlich der Anzahl an Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland mittlerweile Rekordwerte erzielt. Allein im Jahr 2020 wurden mit rund 194.200 Pkw mit reinem Elektroantrieb so viele neu zugelassen wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Verdreifachung der Zulassungszahl. Auch das Jahr 2021 startete mit einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Damit sich noch mehr Fahrzeughalter für ein umweltfreundliches Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug entscheiden, versucht der Gesetzgeber mit verschiedenen Fördermaßnahmen Kaufanreize zu schaffen, z. B. mit der einer Kaufprämie. So werden reine E-Autos aktuell mit bis zu 9.000 Euro gefördert und Plug-in-Hybride mit bis zu 6.750 Euro. Profitieren kann sogar, wer bereits ein Fahrzeug gekauft oder geleast hat. Ein Antrag auf Förderung durch die „Innovationsprämie“ (Umweltbonus) ist bis einschließlich 31. Dezember 2021 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich. Und auch hinsichtlich der Besteuerung der Privatnutzung hat sich einiges getan.

Bruttolistenpreis und Reichweite entscheidend

Die massivste Steuersubvention ergibt sich bei reinen Elektrofahrzeugen, die ab dem Jahr 2019 angeschafft wurden. Ob als Energiespeicher hierbei ganz klassisch eine Batterie bzw. ein Akku oder ein Wasserstofftank mit Brennstoffzelle zum Einsatz kommt, ist dabei egal. Die Privatnutzung ist seit 2020 nur mit einem Viertel des regulären privaten Nutzungsanteils eines vergleichbaren Fahrzeugs mit fossilem Verbrennungsmotor zu versteuern. Voraussetzung ist, dass der Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000 Euro beträgt, wenn das Fahrzeug 2019 angeschafft wurde. Bei Anschaffung ab dem 1. Januar 2020 sind auch reine Elektrofahrzeuge bis zu einem Bruttolistenpreis von 60.000 Euro begünstigt.

Wird beispielsweise die sogenannte 1-Prozent-Methode angewandt, bei der 1 Prozent des Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung monatlich als Privatentnahme anzusetzen ist, ergibt sich bei einem Bruttolistenpreis von 40.000 Euro statt einer Privatentnahme von regulär 4.800 Euro lediglich eine von 1.200 Euro pro Jahr. Dies gilt sowohl für Fahrzeuge, welche der Unternehmer selbst privat nutzt als auch für Fahrzeuge, die er seinen Mitarbeitern zur Privatnutzung überlässt. Ob sich sogar noch geringere Werte ergeben, wenn die Privatnutzung mittels Fahrtenbuch nachgewiesen wird, muss im Einzelfall geprüft werden. Hierbei ist dann zwar ebenfalls nur lediglich ein Viertel der Absetzung für Abnutzung (AfA) bei der Privatnutzung anzusetzen. Die übrigen Kosten wirken sich hingegen in voller Höhe aus, sodass diese Methode – insbesondere wegen des höheren administrativen Aufwands – meist weniger attraktiv ist.

Für (Plug-in-) Hybrid-Elektrofahrzeuge, die ab 2019 angeschafft wurden und deren Reichweite mit ausschließlich elektrischem Antrieb zumindest 40 Kilometer (ab 2022 mindestens 60 Kilometer bzw. ab 2025 mindestens 80 Kilometer) beträgt sowie für Elektrofahrzeuge mit Bruttolistenpreisen über 40.000 Euro (Anschaffung 2019) bzw. 60.000 Euro (Anschaffung ab 1. Januar 2020) ist nur die Hälfte des regulären privaten Nutzungsanteils versteuern. Ein Hybridelektrofahrzeug im Wert von 40.000 Euro käme somit im Vergleich zum Benziner immerhin nur auf einen jährlichen privaten Nutzungswert von 2.400 Euro statt auf 4.800 Euro.

Ausnahmefälle Batterieabschläge

Für Elektro- und Hybridfahrzeuge, die vor 2019 angeschafft oder auch geleast wurden oder welche die Mindestreichweitenvorgaben nicht erfüllen, gelten diese Regelungen nicht. Hier ist noch die etwas ältere Regelung anzuwenden, bei der ein sogenannter Batterieabschlag vom Bruttolistenpreis abgezogen werden kann. Dieser richtet sich nach der Leistungsfähigkeit der Batterie bzw. nach der Größe des Speichertanks und wird nach Kilowattstunden und dem Jahr der Anschaffung gestaffelt. Für ein Fahrzeug, das bereits in 2013 angeschafft wurde, kann beispielsweise ein Abschlag von 500 Euro/KWh aber maximal 10.000 Euro vom Bruttolistenpreis (bzw. bei der Fahrtenbuchmethode von den Anschaffungskosten zur Minderung der AfA) abgezogen werden. Bei Anschaffung oder Leasing in den Folgejahren minderte sich dieser Abschlag je Jahr um 50 Euro bzw. der Höchstbetrag um 500 Euro je Jahr. Werden solche Fahrzeuge erst ab dem Jahr 2023 angeschafft, gibt es keine Batterieabschläge mehr.

Dies führt beispielsweise zu dem kuriosen Ergebnis, dass für ein reines Elektrofahrzeug bis 40.000 Euro, das bereits vor dem 1. Januar 2019 angeschafft wurde, im Jahr 2021 nur maximal 7.500 Euro abgezogen werden können. Bei Anschaffung ab dem 1. Januar 2019 wären es hingegen umgerechnet 30.000 Euro (3/4 von 40.000 Euro).

Mein Team und ich beraten Unternehmer, Freiberufler und Selbständige aller Branchen und Unternehmensgrößen und unterstützen sie bei ihrer wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmensführung. 

Dabei begleiten wir unsere Mandanten von der Firmengründung über die Expansion bis zu dem Verkauf oder einer Nachfolgeregelung. Ob Steuerberatung, Finanzbuchhaltung, Bilanzen und Steuererklärungen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen oder Steuerprognosen: Auf unsere hohe Beratungsqualität können Sie sich verlassen. 

Zudem bieten wir die Möglichkeit einer kostenlosen betriebswirtschaftlichen Erstberatung.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert