Offener Brief an Bürgermeister Oliver Borchert

Sehr geehrter Herr Borchert,

bereits im September 2020 wandte ich mich mit einem offenen Brief an Sie und die Ortsbeiräte unserer Gemeinde. Die Reaktion von denen die sich mit diesem Brief beschäftigt haben war äußerst positiv. Von ihnen jedoch habe ich bis heute keine Antwort auf diesen Brief bekommen.

Ich will heute trotzdem wieder dieses Mittel und die Möglichkeit nutzen, auch die breite Öffentlichkeit mit meinen Bedenken zu aktuellen Themen zu erreichen. Leider fehlt es in dieser Gemeinde immer noch an Transparenz in Hinsicht auf die Beteiligung der Bürger bei großen Vorhaben, wie aktuell im Ortsteil Basdorf:

„Bebauung Heinrich-Heine- Ring“

Hier plant der Vorhabenträger die Errichtung von 3 Mehrfamilienhäusern in 4- bis 5-stöckiger Bauweise.

Auch wenn im näheren Umfeld bereits solche 4-5-stöckigen Wohnhäuser vorhanden sind, halte ich dieses Bauvorhaben für viel zu groß. Es entspricht absolut nicht dem bereits von mir schon genannten Leitbild der Gemeinde und passt wahrlich nicht in unseren dörflichen Charakter.

So sieht es auch der Ortsbeirat in Basdorf, der sich mehrheitlich gegen dieses Vorhaben ausgesprochen hat.

Folgende Problematik sehe ich in diesem Vorhaben:

Parkplatzsituation: der Vorhabenträger plant, um die nach Satzung der Gemeinde geforderten Stellplätze zu erreichen, solche auch auf seinem angrenzenden Grundstück zu errichten. Dabei werden vorhandene Stellplätze einberechnet. Diese stammen noch aus der Bauzeit der Wohnblöcke um 1994. Sie weisen eine Breite von 2 Metern auf und entsprechen nicht mehr den heutigen Empfehlungen. Stellplätze sollten eine Breite* von 2,30 m – 2,50 m aufweisen.

*(Quelle: Brandenburgische Verordnung über den Bau von Garagen und Stellplätzen und den Betrieb von Garagen (Brandenburgische Garagen- und Stellplatzverordnung - BbgGStV).

Beispielsweise sind 15 Stellplätze vor dem Aufgang Kleiststr. 2 ausgewiesen, wovon effektiv jedoch nur 12-13 genutzt werden können, was aufgrund der heute üblichen Breite von Kraftfahrzeugen resultiert. Links und rechts eines Stellplatzes sollte ja noch Luft sein, um die Tür seines PKW öffnen zu können.

Daher halte ich die Aufstellung des Planungsbüros für sehr fragwürdig und in der Sache „schön-gerechnet“. Hinzu kommt eine massive Flächenversiegelung. Für die Parkplätze in der verlängerten Kleiststr. müssen sogar Waldflächen weichen. Ist das vertretbar?

Hinzu kommt die Problematik der „Wildparkenden“ auf dem Grundstück des Vorhabenträgers und entlang des Heinrich- Heine -Ring. Wohin mit diesen?

Wasserversorgung:

Der NWA betont immer wieder, es sei genügend Wasser da. Das möchte ich auch nicht abstreiten. Ich sehe hinsichtlich der Versorgung darin ein Problem, dass die vorhandenen Leitungskapazitäten nicht ausreichend sind. Als betroffener Anwohner kann ich berichten, dass es im Sommer immer wieder zu starken Druckschwankungen kommt. Bis hin dazu, dass gar kein Wasser mehr ankommt. In einer jüngsten Stellungnahme schiebt der NWA die Verantwortlichkeit indirekt auf den Eigentümer der bereits vorhandenen Wohnblöcke. Diese seien zu einer Zeit gebaut worden, wo dieser Baustil eher etwas außergewöhnliches war. Die Wohnanlage liegt ca. 500m vom Wasserwerk entfernt. Die damals installierten technischen Anlagen zu Erhöhung des Wasserdrucks seien eventuell nicht mehr in Betrieb.

Jedoch konnte dem NWA auch widerlegt werden, dass der angegebene Druck an der Übergabestelle nicht dem entspricht, was er angibt.

Daraus muss ich schlussfolgern, dass ja dann sämtliche Neubauvorhaben mit Druckerhöhungsstationen ausgerüstet werden müssen, damit im 4 oder 5 Stock noch Wasser ankommt? Obwohl diese Gebäude weniger als 500 m vom Wasserwerk entfernt sind? Da auch diese für dieses Versorgungsgebiet außergewöhnliche bauten sind.

Spielplatz

Ein solcher ist bis jetzt nicht vorgesehen. Gerade im Hinblick, dass in diesem Wohngebiet viele Familien mit Kindern leben, sollte hier noch einmal besonderes Augenmerk draufgelegt werden.

Ich persönlich und auch viele andere Mitbürger*innen finden dieses Bauvorhaben zu groß. Persönlich vermisse ich auch das Engagement der Gemeinde im Rahmen des B-Plan Verfahrens dafür Sorge zu tragen bestimmte Anzahl von Wohnungen zu sozial verträglichen Mieten anzubieten. Gerade die Mietpreise in unserer Gemeinde werden für Geringverdienende und Alleinstehende immer mehr zum Problem. Hier muss unbedingt etwas getan werden.

Die Bürger*innen dieser Gemeinde würden sich sicherlich auch freuen, wenn zu derart großen Bauprojekten mehr öffentliche Information z.B. im Rahmen eines Bürgerdialog stattfinden würde.

Sehr geehrter Herr Borchert,

man kann sich nur wünschen, dass hier nochmals ein Umdenken innerhalb der Gemeinde stattfindet. Brauchen wir wirklich derart große Bauprojekte oder konzentriert man sich in Zukunft auf angepasste unserem Ortsbild entsprechende Projekte?

Mit freundlichen Grüßen

Martin Heim

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