Unprofessionell, aber ausgesprochen machtbewußt!

Der größte Lump im ganzen Land,
das ist und bleibt der Denunziant!
-Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Wer fragt noch danach, worum es bei der Feuerwehr Schönwalde ursprünglich einmal ging? Möglicherweise um einen Verstoß gegen „Corona-Regeln“? Eine Ordnungswidrigkeit vielleicht, der  von zuständiger Behörde (nicht die Gemeinde Wandlitz!) ohne Aufregung hätte nachgegangen werden können, noch nicht einmal müssen?

Ein anonymer Denunziant soll alles ausgelöst haben mit seinem absichtsvollen Text?
Eine Saat muß auf den richtigen Boden fallen, um aufgehen zu können. In der Politik und anderswo geschieht nicht Zufälliges. Diktion und subjektive Wertungen in dem „anonymen“ Denunziantentext sind sehr auffällig!

Der Übereifer im Rathaus, mit dem der Denunziant „belohnt“ wurde, kann nur erstaunen. Die angegriffenen Kameraden hatten sich schriftlich zum Sachverhalt erklärt. Dabei hätte man es belassen können und sollen.
Nein! Sie wurden gleichsam vor ein Tribunal bestellt, bei gleichzeitiger Androhung von Disziplinarmaßnahmen. Vernünftigerweise haben sie sich dann doch lieber anwaltlichen Rates versichert.
Und genau das war aus der Sicht des Bürgermeisters und seiner Berater das „Unerträgliche“, der entscheidende Fehler! Sie wurden kurzerhand „suspendiert“! Schlüssel weg, Pieper weg, Hausverbot – aus!

Wo leben wir heute eigentlich? Für diese Maßnahme gab es keine Rechtsgrundlage. Sie war für jeden Laien erkennbar völlig überzogen und somit unverhältnismäßig. Das ist im Rechtsstaat nicht einzuordnen und kann durchaus als Willkürakt verstanden werden.

Trotz Antrag auf Akteneinsicht wurde mir als gewähltem Gemeindevertreter die „Suspendierungsverfügung“ nicht zur Kenntnis gegeben. Es stellt sich einstweilen so dar, daß es eine auch nur dem Schein nach formelle Suspendierungsverfügung gar nicht geben dürfte. Vielmehr wurde dem Anwalt der Kameraden schlicht mitgeteilt, diese seien „suspendiert“ – basta!

Unprofessionell, dilettantisch, aber ausgesprochen machtbewußt!

Und dann stellt sich die Frage, worum es da in Wahrheit geht? Alte Rechnungen? Machtstrukturen?
Jedenfalls nicht um die angemessene Bearbeitung eines überschaubaren Sachverhaltes.

Der Schaden, der durch diese Bearbeitung, nicht durch den ursprünglichen „Vorfall“, für die Wehren in den Dörfern entstanden ist, ist auf lange Sicht nicht einzuschätzen. Die Erinnerung in den Dörfern dauert aber länger, als es manchem recht sein mag. Die Ereignisse von 2014 im Umgang mit der Feuerwehr Basdorf sind hier weithin bekannt. Diese zeigen bemerkenswerte Parallelen zu heute.

Vertrauen ist zerstört worden! Das Ehrenamt nachhaltig beschädigt!

Und es mehren sich die Stimmen, die da sagen: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“.

Eine öffentliche Entschuldigung des Bürgermeisters täte der Situation sicher gut. Zu welchen Konsequenzen er innerhalb seines Hauses kommt, bleibt abzuwarten.

Norbert Bury / Basdorf

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