17. Chanson-Festival „ Brassens in Basdorf “ vom 11. bis zum 20. September 2020 - Ein Rückblick von Marion Schuster

Es war ein ganz besonderes Festival unter ganz besonderen Bedingungen und zu unserer großen Freude wurde es ein voller Erfolg! Alles musste  in diesem Jahr anders als üblich organisiert werden, um den Hygiene-Richtlinien zu entsprechen. Deshalb hatten wir die Konzerte so weit wie möglich Open Air stattfinden lassen. 

Die Anreise der Musiker wurde zu einer Zitterpartie: alle französischen Musiker hatten sich innerhalb der 48 Stunden- Vorschrift  testen lassen, ob sie aus einer Krisenregion anreisten oder nicht. Sie wollten sicher gehen. Alcaz aus dem Hotspot Marseille hatte keine Chance, diese Frist für einen Test einzuhalten. Ihnen stand kein Test in dem Zeitraum zur Verfügung und damit durften sie nicht zu unserem Festival anreisen. Catalina Claro aus Chile hatte ihre Flüge gebucht, aber keine Chance nach Europa zu reisen…Guy Boucher aus Kanada hatte es aufgegeben….Die Musiker aus Frankreich, die Sie auf dem Festival erlebt haben, mussten durchweg alle ihre Flüge mehrmals buchen….die letzte Buchung ermöglichte ihnen dann die Anreise. Michel Avallone bekam sein Testergebnis unterwegs….wäre es später gekommen oder  „positiv“ gewesen, hätten wir ihn in Quarantäne aufgenommen….

Nichts war wirklich sicher, bis die lieben französischen Freunde vor uns standen….
Die Zitterpartie war erst am 10.09. abends beendet. Dann wussten wir, dass  die Konzerte fast wie ursprünglich geplant veranstaltet werden konnten….und wie!!!!
Das Publikum strömte herbei...

...es hungerte quasi nach Kulturleben! Wie oft hat man sich bei uns bedankt und sein Glück bekundet, dass endlich wieder diese schönen Konzerte mit so viel positiver Energie erlebbar werden. Die Zusammenarbeit mit den Veranstaltungsorten lief und läuft hervorragend. Sie ist ein ganz wichtiger  Grundpfeiler unseres Festivals! Diese gute Partnerschaft macht unser Festival in dieser Form erst möglich und lässt es zu einem besonderen Erlebnis mit den Künstlern von großer menschlicher und musikalischer Qualität werden. 

Die Verantwortlichen für die Veranstaltungsorte taten wirklich alles, um diese  Konzerte zu ermöglichen. Ihnen gilt unser herzlicher Dank! 

So zogen wir zum Eröffnungskonzert am Freitag, dem 11.09.20 mit Bühne und Tontechnik auf die überdachte Terrasse des Barnimer Hofes. 

Am Samstag, dem 12.09.20  wurden unsere Künstler in Biesenthal herzlich empfangen. Der Marktplatz im Zentrum der Stadt beherbergte Bühne und Zuschauerbereich, ebenso wie kulinarische Stände. Um 20:30 Uhr  fand unser Konzert  im Jazzclub Schlot in Berlin - Mitte statt. In der Kulturfabrik Jazzclub Schlot hatte nach langer Stille endlich das kulturelle Leben wieder beginnen können, unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften.

Am Sonntag, dem 13.09.2020 waren wir mit unserem Festival zu Gast in der  Dorfkirche Basdorf,  im Hotelgarten des Jagdhotels Prenden und  in der Dorfkirche Zühlsdorf . An allen drei Orten wurden wir mit Freude erwartet. 

Im zweiten Teil des Festivals zogen wir am Donnerstag, dem 17.09.20  noch einmal für unser Festival-Konzert auf die Terrasse des Barnimer Hofes.

Am Freitag, dem 18.09.20  hatte die Fischerstube in Stolzenhagen auf ihrer Badewiese alle nötigen örtlichen Vorbereitungen für unser Konzert getroffen, so dass nur die Ton- und Lichttechnik von uns eingerichtet werden musste. Der Freilicht-Zuschauerbereich war wie im letzten Jahr liebevoll gestaltet. Bei so viel Platz ließen  sich die Hygiene-Richtlinien leicht umsetzen. Zahlreiche  Zuschauer genossen die Konzerte und die wunderschöne Aussicht auf den Stolzenhagener See.

Leider hatten wir das Konzert am 18.09.20  in Berlin-Frohnau, im Centre Bagatelle, absagen müssen, da drei der dort programmierten Künstler nicht anreisen konnten.

Am Samstag, dem 19.09.20  und am Sonntag, dem  20.09.20 waren wir nun wieder „zu Hause“ in Basdorf.  In den Basdorfer Gärten, dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers, fanden alle Wochenend-Konzerte des Festivals statt. Die Konzerte am Sonntag mussten vom Marktplatz Basdorf hierher verlegt werden.
Wir danken der Bahnhofstube Zühlsdorf für ihr Festzelt und die herzliche kulinarische Betreuung vor Ort.

Viele interessierte Menschen kamen auch zu dem informativen Spaziergang  auf dem historischen Gelände. Die  Lebensbedingungen der französischen  Zwangsarbeiter wurden skizziert und die Persönlichkeit von Georges Brassens, sein Wirken und seine erste Schaffensperiode dargestellt.
Cathy Catherine Fernandez, Michel Vivoux und Michel Maestro aus dem Südwesten Frankreichs sangen Chansons von Georges Brassens, die er in Basdorf geschrieben und die er auch später in sein Repertoire aufgenommen hatte wie „Maman Papa“, „Bonhomme“ und „Pauvre Martin“(Armer Martin), das letzte in Basdorf komponierte Chanson von Georges Brassens. Cathy Catherine sang  den Armen Martin  auf Spanisch, Peter Liebehenschel auf  Deutsch und Französich.

Wir hatten die genannten  französischen Künstler im Oktober 2003 in Frankreich auf  dem Festival in Vianne kennengelernt, auf dem René Iskin Ehrenpräsident war und zu dem er meinen Mann und mich eingeladen hatte.

Michel Vivoux begleitete damals René Iskin an der Gitarre. Er war, wie auch die anderen Musiker und wir selbst, von René Iskin ganz tief berührt.

Ohne diese tief bewegende  Begegnung im September 2003 mit den Freunden von Brassens, René Iskin, Gerhard Kismann, Pierre Onténiente und Victor Laville,  in Basdorf   und dann in Vianne  und Vaison  würde es unser Festival sicherlich  nicht geben. Das Feuer der Begeisterung für den Menschen und Künstler Georges Brassens haben diese Freunde uns 2003  übergeben. Es brennt immer noch und wir werden dafür sorgen, dass diese Flamme nicht erlischt!

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die  dieses Festival ermöglicht und uns mit voller Kraft unterstützt haben:

Der Landkreis Barnim, die Gemeinde Wandlitz und der Ortsteil Basdorf, ohne deren Fördermittel unser Festival nicht stattfinden könnte. Wir danken der Sparkasse Barnim als Hauptsponsor, der NEB und der BEG und den weiteren Sponsoren und Helfern vor Ort!!! 

Unser ganz besonderer Dank gilt den lieben hervorragenden Musikern und Ihnen, liebes Publikum!  Ohne Sie könnte es lebendige Konzerte nicht geben!


 - Marion Schuster
Vorstand
Brassens in Basdorf e.V.