Krebsberatung Berlin-Brandenburg sichert Perspektive von Beratungsstellen an 4 Standorten in Brandenburg – wichtige Finanzierungsfragen weiter offen

-Erstmals Teilfinanzierung durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen im Rahmen der bundeseinheitlichen Förderung von
-Krebsberatungsstellen Sparda-Bank Berlin sichert das kurzfristige Überleben der Beratungsstelle Barnim durch Spende über 15.000 Euro
-Überbrückungsfinanzierung durch Land oder Kreis für 2021 dringend erforderlich

Wandlitz, 3. Februar 2021. Nachdem die Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V. und insbesondere deren Beratungsstelle Barnim in den letzten Jahren immer wieder von der Schließung bedroht war, kann der gemeinnützige Verein erstmals eine Perspektive seiner Beratungsstellen für die kommenden zwei Jahre schaffen und das Versorgungsangebot sogar ausbauen. Künftig steht von Krebs betroffenen Menschen und deren Angehörigen neben den bereits bestehenden Beratungsangeboten in Wandlitz, Königs Wusterhausen und Lübben auch in Frankfurt (Oder) eine kostenfreie ambulante Unterstützung bereit. Grundlage dafür ist die aktuelle Zusage einer Teilfinanzierung durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen im Rahmen der neu geschaffenen bundeseinheitlichen Förderung von Krebsberatungsstellen.  

Für den Antrag wurde unter dem Dach der Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V – unter Mitwirkung der Landesarbeitsgemeinschaft Onkologische Versorgung Brandenburg e. V. – eine neue Verbundlösung ambulanter Beratungsangebote in Brandenburg mit dem langjährigen Partner des Vereins, dem Klinikum Dahme-Spreewald, sowie dem Klinikum Frankfurt (Oder) geschaffen. Da die Finanzierung zunächst nur einen Teil der Kosten von rund 40 Prozent abdeckt, sind die jeweiligen Partner vorerst auch weiterhin auf hohe Eigenmittel angewiesen. Im Barnim unterstützt die Sparda-Bank Berlin eG mit einer Großspende von 15.000 Euro den Verein – und sichert damit kurzfristig das Überleben des Standorts Wandlitz. Ungeachtet davon ist der Verein für die Krebsberatungsstelle Barnim in diesem Jahr auf eine Überbrückungsfinanzierung von Land oder Kreis weiterhin dringend angewiesen.  

Bereits 2008 war die bundeseinheitliche Förderung ambulanter Krebsberatungsstellen und damit der niedrigschwellige Zugang für Betroffene zu psychoonkologischen Beratungsangeboten im Nationalen Krebsplan verankert worden. Mehr als zehn Jahre dauerte es, bis Ende 2019 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet wurde, das eine finanzielle Beteiligung der Krankenkassen vorsieht. Im Sommer letzten Jahres legten die gesetzlichen und privaten Krankenkassen einen Katalog mit entsprechenden Förder- und Qualitätskriterien sowie ein Verfahren zur Beantragung von rund 40 Prozent der Personalkosten sowie einer Beteiligung an den Fixkosten der Beratungsstellen vor. Zugleich bleibt bis heute weiterhin offen, wie die restlichen 60 Prozent der Kosten finanziert werden sollen. Zwar hat der Bundesgesundheitsminister im Dezember 2020 angekündigt, dass künftig die Krankenkassen ihren Förderanteil von 40 auf 80 Prozent erhöhen, nun bedarf es aber noch der Verabschiedung der rechtlichen Grundlagen – auch was die Finanzierungsbeteiligung der Bundesländer angeht.  

Dazu das Vorstandsmitglied der Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V. Manuel Teterra: 
„Bei aller Freude über die Förderzusage der Krankenkassen und der geschaffenen Verbundlösung stehen wir heute noch immer vor der Herausforderung, dass ein Großteil der Finanzierung auf wackligen Füßen steht. Um die Finanzierung zu sichern, braucht es für die Krebsberatungsstelle Barnim bis zur Umsetzung der Ankündigung des Bundesgesundheitsministers eine kurzfristige Überbrückung durch das Land Brandenburg oder den Landkreis Barnim, der uns freundlicherweise bereits in den letzten drei Jahren unterstützt hat. Wir hoffen sehr, dass wir dazu bald eine Rückmeldung erhalten. Ansonsten stehen wir unter Umständen bald genau da, wo wir in den letzten Jahren immer wieder standen: vor dem Aus. Dass es bisher noch nicht dazu gekommen ist, verdanken wir dem Kreis Barnim, unseren Verbundpartnern und dem großen Engagement unserer Spender.“ 

Sparda-Bank Berlin sichert vorerst den Weiterbetrieb
 
Um die akute Finanzierungslücke in der Krebsberatungsstelle Barnim schließen zu können, wurde mit der Sparda-Bank Berlin ein Großspender gefunden, der den Betrieb zunächst in den laufenden Wochen sichert. Dazu Dirk Thiele, Pressesprecher der Sparda-Bank Berlin: 
„Krebs kann unmittelbar oder mittelbar jeden von uns betreffen. Deshalb ist es uns ein Herzensanliegen Projekte zu unterstützen, die Krebspatienten zugutekommen. Durch eine Krebsdiagnose geraten Betroffene in eine Lebenssituation, die sie vor äußerst schwierige Herausforderungen stellt. Wie gut, dass es in einer solchen Ausnahmesituation schnelle und kostenlose Beratung für die Betroffenen gibt. Wir wissen, mit wie viel Herzblut in der psychosozialen Krebsberatungsstelle in Wandlitz gearbeitet wird. Deshalb freuen wir uns, dass wir erneut und unkompliziert die Beratungsstelle unterstützen können diese wichtige Aufgabe wahrzunehmen.“   
Vorstandsmitglied Manuel Teterra: „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Sparda-Bank Berlin einmal mehr mit einer so großzügigen Spende unterstützt und unbürokratisch eingreift, wenn Hilfe dringend benötigt wird. In den letzten zwei Jahren hat uns die Sparda-Bank Berlin damit insgesamt mit 25.000 Euro unterstützt und dafür gesorgt, dass Menschen, die neben der Krebserkrankung Corona-bedingt durch Einsamkeit und Isolation zusätzlich belastet sind, weiterhin auf eine schnelle und kompetente Unterstützung zählen können.“  

Über die Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V. 

Die Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V. wurde 2007 als gemeinnütziger Verein gegründet. In den dazugehörigen Krebsberatungsstellen Barnim - mit Außensprechstunde am Klinikum Frankfurt (Oder) - und Dahme-Spreewald können von Krebs betroffene Menschen und ihre Angehörigen psychosoziale Beratung und psychoonkologische Begleitung in Form von Einzel- und Familiengesprächen sowie Gruppenangeboten in Anspruch nehmen. Das Team der Krebsberatung besteht aus Ärzten, Psychoonkologen, Sozialpädagogen, Psychotherapeuten sowie spezialisierten Pflegekräften. Die Vorstandsmitglieder sind Mandy Engler, Kathrin Klein und Manuel Teterra. Die Krebsberatungsstelle Barnim finanziert sich über Spenden, Fördermitgliedschaften und das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Menschen, die uns unterstützen. Bis zum Jahr 2020 bezog die Beratungsstelle Barnim eine zeitlich befristete Förderung durch den Landkreis Barnim. Die Krebsberatungsstelle Dahme-Spreewald wird seit 2013 in Kooperation mit dem Klinikum Dahme-Spreewald betrieben. Beide Beratungsstellen gehören inzwischen zu den Beratungsangeboten, die von den Krankenkassen anteilig gefördert werden.  

Kontakt 
Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V.  
Bahnhofsplatz 2 
16348 Wandlitz 
www.krebsberatung-berlin-brandenburg.de 
Tel.: 033397-273802 
Mail: 
info@krebsberatung-berlin-brandenburg.de 
Die Beratungsstelle freut sich über Spenden auf das Spendenkonto: 
Krebsberatung Brandenburg e.V. 
Sparkasse Barnim 
IBAN: DE08 1705 2000 3000 0442 55 
BIC-SWIFT: WELADED1GZE

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