„Lieben Sie Dampf? Wir machen ihn!“

Seit über 40 Jahren ist dies der Werbeslogan des Vereins der Berliner Eisenbahnfreunde. Also alles einsteigen, Bitte! Über die Geschichte des Vereins und wie sich die momentante Ausnahmesituation auf Ihn auswirkt. 

Die Vereinsvorstellung im Juni 2020

Im Oktober 1978 wurde der Verein in Berlin-Reinickendorf von Eisenbahnenthusiasten gegründet. Mit den ersten drei Personenwagen, einer Diesellok und einem Schienenbus konnte im Jahr 1982 der erste Museumsbahnbetrieb auf der Siemens-Güterbahn durchgeführt werden. Im Jahr 1985 wurde die erste Dampflokomotive in Betrieb genommen. Bereits im Jahr 1991, zum 90-jährigen Jubiläum der Heidekrautbahn, dampfte ihr Dampfzug auf der Stammstrecke der Heidekrautbahn. In den folgenden Jahren wurden diese Einsätze wiederholt. Als das damalige Vereinsgelände entlang der ehemaligen Reinickendorfer Industriebahn bebaut werden sollte, musste der Verein mit seiner Schienenfahrzeugsammlung, ca. 40 Fahrzeuge, das Gelände im Jahr 1996 verlassen. 

In Basdorf konnten Teile des damals komplett ungenutzten Bahnbetriebswerkes der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) angemietet werden. Die Schuppen und Werkstätten der Baujahre 1901 bis 1942 waren in einem ruinösen Zustand. Nur mit sehr viel Eigenleistung konnte der Umzug und der Neuanfang realisiert werden. Im Jahr 1997 wurde das Heidekrautbahn-Museum eröffnet. Seither fahren sie mit ihren historischen Zügen von Ostern bis zum Advent auf der Heidekrautbahn. Seit dem letzten Jahr dürfen sie auch das gesamte Netz der Deutschen Bahn befahren, wobei sie sich auf die Region Berlin/Brandenburg beschränken.

In den wärmeren Monaten von April bis Oktober wurden jeden Sonnabend bis zum letzten Jahr Führungen durch das Heidekrautbahn-Museum angeboten, um u.a. über den geheimen Bahnhof, den Regierungshaltepunkt und die geheime Strecke der Heidekrautbahn zu informieren. In diesem Jahr muss das Museum bislang geschlossen bleiben, weil Besucher aufgrund der Unfallgefahr durch Untersuchungsgruben und freistehende Maschinen nur in Führungen durch das Museum geführt werden können, welche gegenwärtig nicht zulässig sind.

Finanziell viel stärker wirkt sich das Verbot der Museumszugeinsätze aus. Die Fahrkartenerlöse stellen die Haupteinnahmequelle des Vereines dar. Die Mitgliedsbeiträge der rund 150 Mitglieder reichen nicht aus, um die Miete begleichen zu können. Mit der NEB konnte aufgrund der aktuellen Situation eine Stundung der Miete vereinbart werden. Eine regelmäßige öffentliche Förderung erhält der Verein nicht. 

Normalerweise würden jetzt die Vorbereitungen für das Frühlingsfest im Heidekrautbahn-Museum auf Hochtouren laufen. Der erste Dampfzug von Berlin mit seinen über 400 Sitzplätzen war schon Anfang März ausgebucht. Der zweite wäre es kurz vor Himmelfahrt auch gewesen. Die Trassen waren bestellt und die Dampflok mit Verstärkungswagen gemietet. Nun freut sich der Verein zwar über die nahende Fertigstellung eines Reisezugwagens aus dem Jahr 1930, der schon seit Februar 2019 im Werk Neustrelitz weilt und endlich abholbereit ist, aber er kann ihn nicht einsetzen und muss trotzdem die Rechnung begleichen. 

Trotz der erzwungenen Betriebsruhe lässt sich der Verein jedoch nicht unterkriegen.  In Heimarbeit wurden die alten Bahnhofsschilder vom Bahnhof Basdorf restauriert. Auch konnten alte Fotos gesichtet werden. Hierbei wurde entdeckt, dass auch bei der NEB Eisenbahnläutewerke vorhanden waren. Ein solches Läutewerk ist in ihrem Museum zu besichtigen, wobei es selbst nicht von der Heidekrautbahn stammt. Über historische Fotos von der Heidekrautbahn für ihre Ausstellung freuen sich die Eisenbahnfreunde sehr. Mitmachen kann bei dem Verein jeder. Die wenigsten Vereinsmitglieder sind Berufseisenbahner. 

Sie haben Interesse bekommen?
Besuchen Sie den Verein doch einfach im Internet unter:
www.berliner-eisenbahnfreunde.de

Und über Spenden in dieser besonderen Situation würden sich die Eisenbahner sehr freuen. Ihre IBAN lautet:
DE53 1001 0010 0001 0051 00

Schließlich hilft jeder Euro durch diese einnahmenlose Zeit.