Osterbräuche in aller Welt - Von Eiersuchen bis... 

Gefärbte und bemalte Eier gehören fest zum Osterfest, sowohl als Dekoration auf dem Frühstückstisch oder bei der Suche nach den versteckten Nestern. Eier gehörten schon seit langer Zeit dazu. In vielen Kulturen der Welt steht das Ei als Symbol für Leben und Wiedergeburt und damit auch zur Auferstehung von Jesus, die an Ostern gefeiert wird. Auch der Brauch, die Eier zum Fest zu bemalen, ist schon sehr alt. Erste bemalte Eier fanden sich bereits im 12. Jahrhundert und über viele Länder verbreitet. Dabei gibt es verschiedenste, traditionelle Techniken, um die Eier zu verzieren. Doch wie wird Ostern in anderen Ländern der Welt gefeiert?

R U S S L A N D

In der Russisch-Orthodoxen Kirche wird Ostern, wie in der westlichen Kirche am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Aufgrund des abweichenden julianischen Kalenderd, der dazu genutzt wird, ist das tatsächliche Datum der Osterwoche aber anders in Russland. Die Osterwoche beginnt mit einem großen Hausputz. Zum »sauberen Donnerstag« soll die ganze Wohnung gründlich geputzt sein. Am Donnerstag selbst werden Osterbrote gebacken und am Karfreitag soll der Tag in Trauer verbracht werden. Wie in vielen Ländern beginnt der Ostersonntag in Russland traditionell mit einem gemeinsamen Familienfrühstück. Das Festsessen soll aber auch mit den Nächsten geteilt werden, so dass sich viele Menschen anschließend gegenseitig besuchen und sich mit gefärbten Eiern und kleinen Osterbroten beschenken.

F R A N K R E I C H

Bemalte Eier, die gesucht werden müssen, und das Osterlamm gehören auch in Frankreich zur Ostertradition. Das gemeinsame Schlemmen im Familienkreis, häufig mit Lammgerichten, steht auch bei unseren Nachbarn auf dem Programm. Anstatt Küken oder Hasen besteht aber eher eine enge Verbindung des Feiertages zum Fisch, dem »Poisson d‘Avril«. Dieser »Aprilfisch« findet sich auch in dem Brauch, bei dem Kinder versuchen, Erwachsenen einen Papierfisch als Aprilscherz an den Rücken zu kleben.

S C H W E D E N

In Schweden mischen sich verschiedene Bräuche zu einem bunten Osterfest. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Schweden zwar gefärbte Eier, die traditionelle Dekoraktion besteht aber eher aus bunten Federn in Sträußen und statt dem Osterhasen finden sich häufiger Küken. Wie zu Halloween verkleiden sich die Kinder häufig als Osterhexen und ziehen von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten. Auch wenn die Eier weniger an die Ostersträuße kommen, so finden sie sich aber auf den Festtafeln der Schweden zum Osterfest. Oft werden sie mit Garnelen und Mayonnaise serviert. Wie zu vielen Feiern in Schweden wird viel Fisch, aber auch das traditionelle Osterlamm gegessen.

M E X I K O

In Mexiko beginnen die Osterfeierlichkeiten am Palmsonntag, der die Karwoche, die »Semana Santa« einläutet. Während dieser Zeit haben Arztpraxen, Geschäfte und Büros geschlossen, die Schüler haben Ferien. Auch die Woche nach dem Ostersonntag, die »Pascua«, gehört noch zum Osterfest. Am Karfreitag finden vielerorts die sogenannten »Passionsspiele « statt, die die Leidensgeschichte Christi darstellen. Auch Prozessionen sind häufig Teil der Feierlichkeiten. Aber Ostern in Mexiko ist auch bunt: die Straßen werden mit farbigen Girlanden geschmückt, es wird getanzt und gefeiert. Viele nutzen die Feiertage, um sich zu erholen und Familie und Freunde zu besuchen. Ein traditionelles, fleischloses Ostergericht ist das »Capirotada«, ein Brotpudding mit Rosinen und Zimt. Die Kinder freuen sich über Piñatas, mit Süßigkeiten gefüllte Figuren aus Papier, die zerschlagen werden müssen.

B U L G A R I E N

Zentrales Element und Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten in Bulgarien ist die Ostermesse. Sie findet am Karsamstag, kurz vor Mitternacht statt und geht bis in den Ostersonntag. Aus der Kirche nimmt man sich eine entzündete Kerze mit, dass »ewige Licht«, das über die gesamten Osterfeierlichkeiten hinweg brennen soll. Wie in den meisten Ländern gehört auch ein opulentes Festmahl im Kreis der Familie dazu. Auch gefärbte Eier sind eine bulgarische Ostertradition und das erste Ei von der ältesten Frau im Haus gefärbt. Und auch die Farbe steht schon fest: das erste Osterei wird rot und es werden ihm besondere Kräfte zugeschrieben.

S P A N I E N

In Spanien ist Ostern nach wie vor ein sehr religiöses und weniger kommerzielles Fest als in vielen anderen Teilen von Europa. In der Karwoche, der »Santa Semana«, finden viele Heiligenprozessionen statt, in denen sich Gläubige als Büßer kleiden und mit langen Kutten und Kapuzen durch die Straßen ziehen. Die Feierlichkeiten gipfeln am Ostersonntag in einem großen Fest, in der die Auferstehung von Jesus gefeiert wird. Dabei wird traditionell Lamm gegessen und die Kinder werden mit Osterbroten mit einem eingebackenen Ei beschenkt.