Von Chruschtschow bis zur antiautoritären Erziehung

Funkmechanikerin, Musikwissenschaftlerin und Autorin. Renate Parschau lebt seit 10 Jahren in unserer Gemeinde und ist unsere Wandlitzerin des Monats September 2020

„Eigentlich hätte ich ja gern die Biografie eines Musikers oder Komponisten geschrieben, des Organisten Matthias Eisenberg zum Beispiel oder anderer. Doch ersterer ist noch immer mit seinen zahlreichen Konzerten beschäftigt. Und andere haben mich nicht darum gebeten. Noch nicht.“

Und so schreibt Sie über Ihre eigene  Kindheitsgeschichte „Dill wächst wo er will“ der 1948 in Eberswalde als Groß geborenen Renate. 

Von der 3. Klasse an lernt die heute 72-jährige russisch und Klavierspielen, will später unbedingt irgendetwas mit Musik machen. Tonmeister zum Beispiel. In einem Internat in Neubrandenburg lernt Sie neben der Schule den Beruf des Funkmechanikers.

Nach dem Abitur 1967 in Berlin beginnt sie wunschgemäß mit dem Tonmeisterstudium - und stellt fest, dass die Musik auch noch viele andere Facetten hat. Die Musikwissenschaft zum Beispiel an der Humboldt-Universität, wo Koryphäen wie Ernst Hermann Meyer, Georg Knepler oder Heinz Alfred Brockhaus lehren. Sie wechselt an die HU und macht das Diplom als Musikwissenschaftler, arbeitet danach beim Berliner Lehrerensemble, später freischaffend als Musikkritiker für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Berlin. 

Im Dezember 1983 ist Renate  die erste Musikdramaturgin am Schauspielhaus (heute Konzerthaus) Berlin und dort für die Programmgestaltung im Kammermusiksaal zuständig. 1987 - und inzwischen verheiratet - zieht sie mit ihrer Familie an den Werbellinsee, wo ihr Ehemann als Kinderarzt die Ambulanz in der Pionierrepublik leitet. Sie selbst arbeitet - als Dramaturgin - an der Konzerthalle Bad Freienwalde. 1990 gründet sie zunächst einen eigenen Konzertbetrieb für „Brandenburgische Konzerte“, geht dann 1992 mit ihrem Mann nach Hessen, der in Laubach, nahe Gießen, eine Kinderarztpraxis erwarb, und arbeitet dort als Arzthelferin.

Im Dezember 1983 ist Renate  die erste Musikdramaturgin am Schauspielhaus (heute Konzerthaus) Berlin

Über die Zeit in Westdeutschland schreibt Renate Parschau 2001 das Buch „Endlich im Westen- Geschichten aus dem neuen Deutschland“, quasi ein ostdeutsches Pendant zum Buch der westdeutschen Arztfrau Luise Endlich, die mit Ihrem Mann nach Frankfurt /Oder zog und wunderliche Geschichten mit den Ostdeutschen dort erlebte. 

2005 geht das Ehepaar nach Gotha (Thüringen), wo ihr Mann in einem MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) arbeitet und sie selbst wieder freiberuflich für verschiedene Thüringer Zeitungen Kritiken sowie Porträts von Musikern u.a. Persönlichkeiten  schreibt. 

Seit 2010 leben die Parschaus in Wandlitz. Sie haben zwei erwachsene Kinder, die Tochter Julia ist promovierte Nahrungsmitteltechnologin, lebt in der Nähe von Hamburg, Sohn Tilo unterrichtet Rettungssanitäter der Berliner Feuerwehr. Beide sind verheiratet.

„Enkelkinder haben wir keine“, sagt die 72jährige im Gespräch. „Dafür habe ich nun die Zeit, weiter meine Geschichte und Geschichten aufzuschreiben...“ 

Im Heidekraut Journal veröffentlicht die veröffentlichte Autorin in unserer Oktoberausgabe eine kostenlose Leseprobe - bleiben Sie gespannt. 

Für interessierte sind Ihre Bücher natürlich auch schon jetzt in Wandlitz erhältlich in der:

Buchhandlung Melanie Brauchler

sowie dem 

REWE Markt Basdorf