Die Feuerwehr kommt unter der alten Gemeindewehrführerin nicht zur Ruhe!

Hätte der Vorfall in Dänemark verhindert werden können?

Seit einigen Wochen beherrscht der Verdacht, dass es auf der Jugendfahrt der Freiwilligen Feuerwehr nach Dänemark zu Belästigungen gegenüber einzelnen Teilnehmer*innen durch einen Betreuer gekommen ist die Diskussion um die Wandlitzer Feuerwehr. Hätte der Vorfall verhindert werden können?

Bereits zum 03.03.2021 hatte meine Fraktion (DIE LINKE/BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/UWG) zusammen mit aktiven und ehemaligen Feuerwehrkamerad*innen Fragestellungen/Forderungen und Anmerkungen für den A7 (Zeitweiliger Ausschuss zur Aufarbeitung und Aufklärung der Vorgänge zwischen der Ortswehr Schönwalde, dem Bürgermeister und der Gemeindewehrführung Wandlitz) erarbeitet.

Fragen an den Feuerwehrausschuss A7

Interessant sind nach der Dänemark-Fahrt der Wandlitzer Jugendwehren von den 21 formulierten Punkten die nachfolgenden zwei Fragen: „14. Wo könnten sich Kamerad*innen anonym hinwenden, wenn es Vorwürfe von ‚sexueller Belästigung‘ gäbe?“ und „19. Finden Schulungen der Verantwortlichen für die Kinder- und Jugendfeuerwehr zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen statt?“ Diese Fragen, wenn auch teilweise sehr vorsichtig formuliert, hatten natürlich jeweils mehrere Hintergründe. So soll es bereits in der Vergangenheit Vorkommnisse in der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wandlitz gegeben haben, die diese Fragen geradezu provoziert hatten. Und allein, wenn die Mehrheit im zeitweiligen Ausschuss A7 gewillt gewesen wäre die übertragenen Aufgaben ernst zu nehmen, wäre es meiner Meinung nach nicht zu den behaupteten Vorkommnissen bei der Dänemark-Fahrt gekommen.

Trotz Problemen kein Aufklärungswillen

Und nun ist passiert, was viele Kritiker geahnt haben. Frau Müller fühlte sich in ihrem Tun bestätigt, insbesondere durch den Bürgermeister Oliver Borchert, aber auch durch große Teile der Freien Bürgergemeinschaft Wandlitz (F.Bg.W.), durch die Arbeit des A7 unter dem Vorsitz von Olaf Berlin (CDU) und durch Führungskräfte in den verschiedenen Wandlitzer Ortswehren, die Frau Müller noch kürzlich das vollste Vertrauen ausgesprochen haben. Und dies vor dem Hintergrund, dass viele der Beteiligten das problematische Agieren von Frau Müller aus der Vergangenheit kannten oder hätten kennen müssen. Wenn die Verwaltungsspitze nach eigenem Bekunden lange nicht wusste bzw. darüber nicht spekulieren wollte, warum die Vorfälle der Vergangenheit nicht früher gemeldet wurden, dann fällt mir persönlich dazu nichts mehr ein. Einige Tage später lässt man die Katze dann doch teilweise aus dem Sack: „Unliebsame Kritiker soll sie (Frau Müller) dagegen eingeschüchtert haben.“

Fehlende Kontrolle der Gemeindewehrführerin

Aber wie konnte es dazu kommen, dass trotz objektiver Hinweise auf ein solches Vorgehen der Bürgermeister Borchert Frau Müller bis zuletzt unterstützt hat. Falls wieder Unkenntnis behauptet wird, auch hier ein kurzes Zitat aus den bereits erwähnten 21 Punkten meiner Fraktion für den A7: „1. Wo ist die Kontrollinstanz für die Gemeindewehrführung?, 5. Aufbau einer unabhängigen (externen) Beschwerdestelle (Ombudsstelle) oder -möglichkeit für die Kamerad*innen. Einige sagen, sie hätten Angst sich zu äußern.“ und „18. Wird Druck auf kritische Kamerad*innen von Seiten der Gemeindewehrführung aufgebaut?“ Darüber hinaus baten wir darum „20. Es sollten ehemalige Kamerad*innen angesprochen und gefragt werden, warum sie die Wehr verlassen haben?“ Angesichts der Fakten sollte sich niemand von den Entscheidungsträgern aus der Verwaltung und der politischen Ebene wegdrücken können und ernsthaft behaupten, dass er sich die Verstöße nicht vorstellen und darüber hinaus nicht in die Zukunft sehen konnte. Ein einfacher Blick in die Vergangenheit hätte schon ausgereicht, um die Zukunft erahnen zu können. Aber dazu hätte man sich zeitiger mit den Opfern der „Politik“ von Frau Müller unterhalten müssen. Während Frau Müller in der Vergangenheit die Strippen zog, ist sie nun selbst Spielball im offenliegenden Skandal geworden. Hätten ihre angeblichen Freunde, wie der Bürgermeister und die örtlichen Feuerwehrführungen sowie aus der Gemeindevertretung, einmal Klartext mit ihr geredet, würde sie vermutlich immer noch an der Spitze der Gemeindewehr stehen und müsste nicht, was wohl für sie viel wichtiger, da existentiell, ist, um ihren Arbeitsplatz fürchten. Sie hätte dann die Möglichkeit gehabt ihren „Arbeitsstil“ zu ändern und über eigenes Versagen bereits vor der Dänemark-Fahrt selbstkritisch nachzudenken.

Was muss sich ändern?

Meine persönlichen Schlussfolgerungen aus dem Geschehen: Der Bürgermeister sollte endlich die politische Verantwortung für den Vorgang übernehmen und sich bei den Opfern für sein langes Nichtstun entschuldigen. Der A7 muss unter Überprüfung der Aufgabenstellung weitertagen, dies natürlich öffentlich, und Herr Berlin ist, es tut mir leid dies so direkt schreiben zu müssen, nicht der richtige Vorsitzende. Darüber hinaus, soweit mein Vorschlag, sollte sich der A3 (Ausschuss für Bildung, Jugend, Kitas und Sport), den ich leite, mit der Problematik des Umgangs mit Kindern und Jugendlichen in unseren Vereinen beschäftigen. Wobei mir schon jetzt berichtet wurde, dass viele unserer Vereine hier eine vorbildliche Arbeit leisten. Aber manchmal kann es nicht schaden zweimal hinzuschauen.

Ein Dankeschön an die Kamerad*innen

Mir ist bewusst, dass ich mir mit den vorstehenden Ausführungen kaum Freunde mache. Aber ich bin nicht auf der Suche nach Freunden in die Kommunalpolitik gegangen. Und gelinde gesagt ärgert es mich, ich will jetzt nicht sagen, dass es mich ankotzt, wie ein Teil der sogenannten Wandlitzer politischen Elite das Ehrenamt als Gemeindevertreter*in oder auch mediale Macht ausübt. Politische Freundschaften zählen offenbar mehr als das Wohlergehen der Gemeinde Wandlitz, mehr als die Wahrheit. Traurig ist auch, dies zum Schluss meiner Ausführungen, dass aus den vorgenannten Gründen nunmehr die Wandlitzer Feuerwehr unter Generalverdacht gestellt werden könnte. Dabei leistet der überwiegende Teil der Kamerad*innen einen wichtigen Beitrag für unsere tägliche Sicherheit. Von dieser Stelle dafür ein aufrichtiges, großes Dankeschön.

Frank Bergner, Basdorf

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