„Glühendes Bekenntnis zum Wachsen“? Wessen Interessen werden vertreten?

Wollen wir warten bis die immer größer werdende Blechlawine, sei sie Diesel, Benzin, Hybrid oder Elektro betrieben, die Lebensader der Gemeinde Wandlitz, die L100, komplett verstopft. Oder soll daraus die BAB (L) 100 werden. 

Dann können sich die direkten Anlieger, sofern sie sich Wandlitz dann noch leisten können und wollen, schon einmal nach Häusern und Wohnungen etwas abseits unserer Hauptverkehrsader umsehen. Vielleicht spendiert uns die ein rasantes Wachstum fast schon fordernde Brandenburger Landesregierung auch einen S-Bahn-Anschluss im 20-Minuten-Takt, womit die Anlieger der Bahntrasse der Wachstumspolitik geopfert werden. Aber damit ist immer noch nicht das bekannte Problem bei der Versorgung mit Trinkwasser gelöst. 

Ich schlage daher vor, dass die vom Bürgermeister Borchert „angeworbenen“ Neubürger*innen ihr Wasser gleich mitbringen oder gezwungen werden, Wasser, natürlich gegen ein entsprechendes Entgelt, bei den Akteuren für diese verantwortungslose Politik käuflich zu erwerben. Dies könnte einerseits dafür sorgen, dass es mehr Akzeptanz unter den „Altbewohner*innen“ für den ungebremsten Zuzug gibt und andererseits, dass die Wachstumsbefürworter schneller ihr Schäflein ins Trockene bringen können. 

Es löst aber nicht die weiteren Probleme, so beispielhaft fehlende Kita- und Schulplätze sowie entsprechende Freizeitmöglichkeiten. 

Bürgermeister Oliver Borchert sollte sich entscheiden, wenn er dies nicht schon längst getan hat, wessen Interessen er wahrnimmt, will er die Lebensqualität der Wandlitzer*innen beibehalten und verbessern oder will er den Raubbau an unserer Natur fortführen, damit die zahllosen Wandlitzer*innen dann dort wohnen, wo keiner mehr Urlaub machen will. 

Kein vernünftig denkender Entscheidungsträger in der Gemeinde Wandlitz kann das grenzenlose Einwohner*innenwachstum begrüßen. Wenn Wandlitz erst kaputtgewachsen ist, werden die sich dumm und dämlich verdienenden „Immobilienhaie“ weiterziehen und sich ein neues Opfer suchen. Die Wandlitzer Bürger*innen aber werden dauerhaft mit den Konsequenzen leben müssen. 

Die Umfrage meiner Fraktion (Linke/Grüne/UWG) aus dem letzten Jahr bzgl. der Wachstumsproblematik hatte insbesondere in den Ortsteilen Basdorf und Wandlitz ein deutliches Ergebnis: Ein weiteres Wachstum ist mehrheitlich gar nicht oder nur in einem sehr begrenzten Umfang gewünscht. Dies sollte der auf acht Jahre gewählte Bürgermeister nicht vergessen.

Frank Bergner
Gemeindevertrer
DIE LINKE Wandlitz

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