Gute und bezahlbare Pflege ist ein gutes Recht!

Ein Beitrag von der Bundestagskandidatin des Wahlkreises 59 Simona Koß

Wer hat nicht schon einmal diese Situation erlebt, wenn ein Angehöriger oder ein lieber Freund plötzlich hilfebedürftig wird? Von „jetzt auf gleich“ ist man, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt, pflegebedürftig und auf fremde Hilfe angewiesen. Man fühlt sich dann ganz schnell allein gelassen, wenn es um eine gute Versorgung geht oder wenn man seinen geliebten Angehörigen nicht helfen und versorgen kann. Und solche Situationen können immer eintreten, gerade dann, wenn man diese überhaupt nicht erwartet. Wie schnell fühlt man sich in solchen Momenten hilflos und überfordert. Dann braucht es ganz schnell eine fachliche und hoch kompetente Unterstützung, einen Ansprechpartner, der einem in solchen Momenten zur Seite steht.

Bereits im Jahre 2017 hat der Gesetzgeber diese Notwendigkeit erkannt und das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz mit der Maßgabe der Errichtung von  Pflegestützpunkten, der Einführung einer Pflegezeit und der Anhebung von  ambulanten und stationären Leistungen sowie der Gewährung der Pflegestufe 0 auf dem Weg gebracht.

Der Grundgedanke der Pflegestützpunkte ist, dass es eine örtliche Auskunfts- und Beratungsstelle rund um das Thema Pflege für Pflegbedürftige bzw. deren Angehörige gibt. In vielen Regionen wurden dann durch die Pflegekassen die Pflegestützpunkte eröffnet, die erst einmal eine gute Anlaufadresse sind. Trotzdem brauchen wir mehr und gut ausgebaute Pflegestützpunkte, da der Bedarf einer guten und kompetenten Beratung notwendig ist.

Die zunehmende Anzahl von Pflegebedürftigen steigt, auch in unserer Region. Gute Pflege, gute Versorgung wird notwendiger denn je. Allein seit dem Jahr 2009 bis zum Jahr 2019 ist die Anzahl der Pflegebedürftigen von 2,34 Millionen auf 4,13 Millionen um 76% gestiegen! 

Die rasante Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen und wenn wir wollen, dass unsere liebsten Angehörigen oder vielleicht wir selbst auch gut versorgt werden, müssen wir jetzt was tun.

Eine gute und bezahlbare Pflege muss sich an dem Grundsatz ambulant vor stationär orientieren. Wir wollen, dass Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten und damit vertrauten Umgebung leben können. 
Es ist daher für mich ein besonderes Anliegen, sich für eine gute und bezahlbare Pflege einzusetzen. Dazu brauchen wir unbedingt den Ausbau der Pflegestützpunkte, in der sich die Pflegeberater ausreichend Zeit für eine gute Beratung nehmen und den Betroffenen eine gute Perspektive aufzeigen, gerade wenn die Menschen ganz schnell Hilfe brauchen.

Wir müssen uns auf die demographische Entwicklung – auch in unserer Region, die darüber hinaus eine Wachstumsregion ist – einstellen.

Daher muss zukünftig vor allem im ländlichen Raum eine gute Versorgung sichergestellt werden. Ich schlage daher vor: Die sogenannten Wegezeiten für die ambulanten Pflegedienste (die Zeit für die Fahrt zum Klienten) müssen besser finanziert werden und der Bund muss Investitionszuschüsse für Stationäre Pflegeeinrichtungen oder auch Betreutes Wohnen gewähren.

Des Weiteren setze ich mich als Bundestagskandidatin

• für einen allgemein gültigen Tarifvertrag in der Altenpflege,
• für mehr Personal für die Patienten,
• für eine Deckelung der Eigenanteile für die Pflegebedürftigen, 
• für eine Verbesserung der Einnahme der Seite der Pflegeversicherung, indem diese zu einer Pflegebürgerversicherung ausgebaut wird, ein. 

Alle Einkommensgruppen, also auch Beamte, Beamtinnen und Selbstständige, zahlen in die gesetzliche Pflegeversicherung ein. Die Pflegebürgerversicherung ermöglicht es, eine solidarische Vollversicherung einzuführen und den Eigenanteil für Pflegeleistungen abzuschaffen.

Hier engagiert – in Berlin gebraucht!

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