Protestbrief von Josie Rücker und Martin Heim BASDORF BLEIBT | Wir brauchen keine Betonwüste

Investor plant den Bau von 97 Wohneinheiten ohne Rücksicht auf Wald- und Grünflächen | Landkreis erteilte bereits die Baugenehmigung | Infrastruktur - Spiel- Park -und Erholungsmöglichkeiten werden auf Null reduziert | Wasserversorgung, Zufahrtswege, Umleitungen während der Bauphasen bleiben unberücksichtigt | Ein Leitbild von Basdorf - wie wollen wir hier jetzt und in Zukunft leben? Fehlanzeige!

Mit einem offenen Brief an den Bürgermeister erklärte der Basdorfer Martin Heim bereits im Februar 2021 seine berechtigten Bedenken über den Neubau von drei 4 -bis 5 stöckigen Wohneinheiten auf dem Gebiet zwischen Heinrich-Heine-Ring und Kleiststraße. Dort wurde das verlassene Wellblechgebäude bereits von einem kleinen Wäldchen bewildert, auf einer Freifläche parken Autos, die an ihren anliegenden Wohnungen keinen Platz mehr finden. Das Gebiet zwischen den Häusern des Heine-Ringes und der Kleiststraße wird durch einen kleinen grünen Hügel getrennt, der Platz für eine Blühwiese lässt und den Kindern zum Spielen und Toben dient. 

Dass dort Wohnungen entstehen sollen, ist kein schlechter Plan. Aber 97 Wohneinheiten sind für diese kleine Fläche viel zu viel. 

Der Mischwald müsste weichen. Dieser trennt uns jetzt von der viel befahrenen Waldheimstraße und filtert Luft und Lärm. 
Die geplante Privatstraße würde bis zum Ende der Kleiststraße laufen und dort wieder Wald und Bäume nehmen, um Parkflächen zu errichten. 

Schon jetzt ist die Parksituation hier katastrophal, da der Parkraum mit 2 Metern pro Auto viel zu schmal berechnet ist und im Hinblick auf den Neubau neu berechnet werden müsste. 

Der niedrige Wasserdruck in den Wohnungen sorgt seit Jahren für Streit und Unmut bei den MieterInnen. Das Thema Wasserversorgung und -erneuerung für die neuen Wohnungen taucht in dem Bauplan überhaupt nicht auf. 

Die Straßensituation auf Höhe der Grundschule, die schräg gegenüber der neu zu bauenden Häuser steht, ist jetzt schon über die Maßen angespannt. Eine kleine Baustelle genügt, um hier den Verkehr morgens und nachmittags auszuhebeln und lange Staus zu verursachen. Es gibt weder Fahrradwege noch ordentliche Straßenübergänge geschweige denn einen Zebrastreifen, um die Kinder sicher zur Schule gehen zu lassen. 

Konzept eines neueren Spiel -und Erholungsparks? Fehlanzeige. Der jetzige Spielplatz hinter dem Häuserblock Kleiststraße 1-4 ist jetzt schon zu großen Teilen abgesperrt und an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Dieser Spielplatz soll „versetzt“ werden, aber auf der Bauzeichnung für die neuen Häuser fehlt er ganz. 

Mit 97 Wohnungen können wir mit einem Zuzug von ca. 300 Menschen rechnen. Wo bleibt bei so einem Wohnkonzept die soziale Integration in den Ort? Gibt es ein Kiezbüro, eine Kulturstätte für groß und klein, jung und alt, mit und ohne Handicap, alle Nationalitäten? Wieder nein. 

Die Mieten der neuen Wohnblocks sollen nicht im sozial verträglichen Rahmen angesiedelt sein. Wo bleibt da die Gemeinde mit einem Aufschrei und der Fürsorge für ihre EinwohnerInnen? Oder denken die Gemeindevertreterinnen, da kommt der Investor von allein drauf?

Die GemeindevertreterInnen haben es versäumt, diesem Bauwahn, dem eindeutig der Profit zuvorderst steht, Einhalt zu gebieten, dem Willen des Investors nur in Hand mit einem sozialverträglichen Konzept zuzustimmen. Wer hier bauen will, MUSS sich auch um das Wohl der Gemeinde kümmern, um die Natur, um die Nachbarwohnungen, um das soziale Konzept. 

Da wären wir auch beim größten Schwachpunkt, der sich exemplarisch an diesem Betonwüstenbau festmacht: Dem Ortsteil Basdorf fehlt ein Leitbild, an das sich alle, die hier leben, hier investieren wollen, halten müssen, an dem solche Bauvorhaben abgeglichen werden müssen. 

„Wachsen ja - aber nicht um jeden Preis“ sollte die Devise sein. Was macht Basdorf liebens -und lebenswert? Wenn wir jetzt allen potentiellen GeldgeberInnen für jeden Cent hinterherlaufen und dabei unsere Gemeinschaft, unsere Natur, unseren Kleinstadt/Dorfcharakter hergeben - wer gewinnt dabei?

Unsere Forderungen an die Gemeinde: 

  • Sofortige Zurücksetzung der Baugenehmigung durch den Landkreis
  • Rückgabe der Bauentscheidung an die Gemeinde
  • Neuüberdenkung des Konzeptes der Bebauung des Gebietes zwischen Heinrich-Heine-Ring und Kleiststraße mit Hinzunahme der Anwohnerinnen oder Vertreterinnen. 
  • Vorlegung eines machbaren Konzeptes der Wasserversorgung
  • Vorbereitung der Infrastruktur vor den Baumaßnahmen, d.h. Verbreiterung der Waldheimstraße, eventuell Fussgängerampel, mindestens aber Zebrastreifen, Abteilung beidseitig für Fahrradwege
  • Genaue Aufstellung der Fällung der Bäume und der Minderung der Grünflächen - Gegenüberstellung zum Nutzen der Baufläche
  • Mindestens zwei große Spiel- und Freizeitbereiche für Kinder und Jugendliche, Gestaltung nach Rücksprache mit den Anwohnerinnen
  • Neuberechnung der bisherigen und zukünftigen Parkplätze mit einer Breite von 2,50m anstatt wie bisher 2m pro Fahrzeug
  • Einplanung eines Kiezbüros und einer Kiezverantwortlichen für dieses Terrain: Heinrich-Heine Straße, Kleiststraße, Waldheimstraße
  • Disposition einer verkehrsverträglichen Bauphase - Umleitungen und Ausweichstraßen sollen im Vorfeld auf Tauglichkeit geprüft und ggf. angepasst werden
  • Erarbeitung eines Leitbildes für Basdorf - wie wollen wir in Basdorf leben - jetzt und in Zukunft? Was macht uns aus? Was unterscheidet uns, was vereint uns? 

Der Landrat ist gern zu einem Vorort-Termin eingeladen, um sich die Situation hier anzuschauen. 

Josie Rücker
Martin Heim
 

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert