3 G oder 2 G – Geschützt oder ausGeschlossen?

In den vergangenen Monaten haben wir eine Menge gelernt: Was mit Bundesnotbremse, AHA-Formel oder „Hammer und Tanz“ gemeint ist. Jetzt lernen wir, uns zu sortieren. Deutschlandweit (und so auch in Brandenburg) gilt die 3G-Regel, die den Zutritt zu vielen Freizeitbereichen Geimpften, Genesenen und Getesteten erlaubt. Optional kann das auf 2G eingeschränkt werden. Dort müssen Getestete draußen bleiben, auch wenn sie die Kosten für die Tests nun selbst übernehmen. Die Gemeinde Wandlitz hat sich für diese Lösung entschieden, was zu erregten Debatten führt. Was für die Geimpften und Genesenen als Erleichterung empfunden wird, denn sie müssen in Innenräumen keine Maske mehr tragen, empört die ausgeschlossene dritte Gruppe, die sich aus unterschiedlichen persönlichen Gründen nicht impfen lassen mag, aber bereit ist, sich kostenpflichtig testen zu lassen. Da fallen Worte wie „Nötigung“ oder „Erpressung“, und der Ruf nach Solidarität wird laut. Allerdings haben strikte Regeln in anderen Ländern wie Frankreich und Spanien tatsächlich zu höheren Impfquoten und in der Folge zu rasch gesunkenen Infektionszahlen geführt. Andererseits erfordern schwierige Zeiten auch individuelle Entscheidungen mit Augenmaß. 

Ist es in einer überschaubaren Gemeinde wie Wandlitz wirklich sinnvoll die 2G Regel durchzusetzen? Ganz anders die Situation in Berlin mit den angesagten Clubs, den langen Opernaufführungen, den Wellnesstempeln und den vielen Touristen, wo durch die 2G Option nicht nur die Masken, sondern auch Personenobergrenzen wegfallen dürfen, womit sich große Veranstaltungen für die Investoren wieder rechnen. In Wandlitz gibt es diese Massenevents nicht. Hier kann man, wenn es sein muss und wenn man es will, auch weiterhin auf schützende Distanz achten und ab und zu die Maske aufbehalten. Der Alltag ist deshalb nicht wieder ganz das „alte Leben“, wird aber auch für „Gruppe 3“ etwas lebenswerter. Das wird die Entscheidung für eine sinnvolle Impfung möglicherweise mehr befördern als das Gefühl von der Gemeinde in die „stille Ecke“ gestellt zu werden.  

In einer kleinen Communitiy sollte nicht das Trennende bestärkt werden, was Folgen haben könnte, die länger dauern als Corona.  Schwierig wird es beispielsweise bei dem im November anstehenden Kinderfilmfest. Wird den über 12jährigen nichtgeimpften Kindern ihr Kino im Goldenen Löwen verwehrt oder fällt die ganze Veranstaltung, die im vergangenen Jahr schon wegen lockdown abgesagt wurde, dieses Mal der 2G Regel zum Opfer?  

Bleiben wir zuversichtlich, in der Hoffnung auf Vernunft, Verständnis und maßvolle Regeln.
Gabriele Conrad

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