Einkommensteuererklärung für 2020

Das ist wichtig für Familien

Am Ende fehlt immer noch dieser eine entscheidende Tag - alle Jahre wieder geht es um die fristgemäße und korrekte Erstellung der Einkommensteuererklärung. Abgabepflichtig ist jeder, dessen Einkommen den geltenden Grundfreibetrag des Jahres übersteigt - für 2020 lag der bei 9.408 Euro für Alleinstehende bzw. 18.816 Euro für Ehepaare. Für Arbeitnehmer besteht eine Abgabeverpflichtung, wenn sie neben ihren Lohneinkünften weitere Einkünfte von mehr als 410 Euro oder Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld oder Elterngeld) erhalten haben, in einem Jahr nebeneinander bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt waren, Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen wurden oder Vergütungen (Entschädigungen, Gratifikationen etc.) für mehrere Jahre gezahlt wurden. Auch Ehepaare sind in der Regel zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Ausnahme: Die Steuerklassenkombination IV/IV ohne Faktorverfahren. 

War bislang der 31. Mai und inzwischen normalerweise der 31. Juli des Folgejahres als Termin für die Abgabe der Steuererklärung im Gedächtnis, so haben Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung für 2020 allein anfertigen, nunmehr pandemiebedingt bis zum 31. Oktober 2021 Zeit. Für steuerlich beratene Steuerpflichtige wurde die reguläre Abgabefrist für die Steuererklärung 2020 auf den 31. Mai 2022 verschoben. Doch nicht nur die Abgabefrist wurde um 3 Monate verlängert, auch der Beginn des Zinslaufs und der Festsetzung eines Verspätungszuschlags wurde um 3 Monate verschoben. 

Pauschbetrag für Arbeit im Homeoffice abziehbar 

Während des Lockdowns haben viele Arbeitnehmer, vornehmlich Eltern, von zu Hause gearbeitet und versucht, der Doppelbelastung gerecht zu werden. Doch nicht jedes Homeoffice ist auch ein häusliches Arbeitszimmer im steuerlichen Sinne, für welches Mietaufwendungen und Nebenkosten geltend gemacht werden können und das auch nur dann, wenn es den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet oder wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dies kann auch der Fall sein, wenn der Arbeitnehmer durch Betriebsschließungen gehindert war, seinen Arbeitsplatz im Unternehmen aufzusuchen. Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit, können die für den Zeitraum der Homeoffice-Tätigkeit nachgewiesenen Aufwendungen unbegrenzt abgezogen werden, ansonsten maximal 1.250 Euro jährlich. Abziehbar sind die Miete bzw. bei Wohneigentum die Gebäudeabschreibung sowie Aufwendungen für Gas, Wasser, Strom und Haushaltsversicherung, jeweils anteilig im Verhältnis zur gesamten Wohnung oder dem gesamten Gebäude. Nutzen mehrere Personen, z. B. Eheleute, ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, sind die Kosten aufzuteilen. Der Höchstbetrag von 1.250 Euro steht jedoch jeder Person zu. 

Doch nicht in jeder Wohnung ist Platz für ein separates Arbeitszimmer. Die Arbeitsecke im Wohnzimmer ist deshalb keine Seltenheit. Mietaufwendungen sind in diesem Fall nicht abziehbar, da das Wohnzimmer auch privat genutzt wird. Als Ausgleich gibt es für 2020 und 2021 einen Pauschbetrag für das Homeoffice. Für jeden vollen Arbeitstag im Homeoffice können pauschal 5 Euro als Werbungskosten abgezogen werden, maximal für 120 Tage (max. 600 Euro im Jahr). Die Tagespauschalen wirken sich allerdings nur aus, wenn die tatsächlichen Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen. Dabei ist zu beachten, dass an Homeoffice-Arbeitstagen keine Fahrtkosten anfallen, sodass die abziehbare Pendlerpauschale geringer ausfällt. Für Arbeitnehmer, die 17 Kilometer und mehr von der Arbeit entfernt wohnen, kann sich der Werbungskostenabzug sogar verringern. 

Aufwendungen für Arbeitsmittel abziehbar 

Unabhängig davon, ob die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abziehbar sind oder für eine Arbeitsecke nicht anerkannt werden, die Aufwendungen für die Anschaffung von Büromöbeln, eines PCs oder Druckers dürfen als Werbungskosten abgesetzt werden. Wird ein PC auch privat genutzt, muss aufgeteilt werden. Nur der beruflich genutzte Anteil darf steuerlich angesetzt werden. Übersteigen die Anschaffungskosten 800 Euro, muss über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden, z. B. über zehn Jahre bei Büromöbeln. 

Steuerklassen richtig wählen 

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner sollten regelmäßig prüfen, ob die gewählten Steuerklassen noch richtig sind. Gab es beispielsweise eine Lohnerhöhung oder arbeitet ein Partner nur noch in Teilzeit, kann ein Steuerklassenwechsel sinnvoll ein. So sollte statt der Steuerklassenkombination IV/IV die Kombination III/V beantragt werden, wenn beide Ehe-/Lebenspartner unterschiedlich viel verdienen. Dadurch lassen sich zu hohe monatliche Lohnsteuerabzüge vermeiden und die zu viel gezahlte Einkommensteuer wird nicht erst bei der nächsten Steuererklärung erstattet. Aber auch bei Familien, die Nachwuchs planen, kann ein Steuerklassenwechsel sinnvoll sein, denn die Steuerklasse spielt eine wichtige Rolle für die Höhe des Elterngelds. Seit 2020 kann ein Steuerklassenwechsel auch mehrmals im Kalenderjahr vorgenommen werden. 

Dauerhaft höherer Entlastungsbetrag 

Für Alleinerziehende wurde der Entlastungsbetrag nicht nur für die Jahre 2020 und 2021, sondern dauerhaft von 1.908 Euro auf 4.008 Euro angehoben. Der höhere Freibetrag wird von den Finanzämtern in die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELSTAM) eingepflegt und bei der Lohnabrechnung berücksichtigt. Soweit dabei noch kein Freibetrag abgezogen wurde, erfolgt die steuerliche Entlastung über die Einkommensteuerveranlagung.

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