David und Maria Moch „Die Mochitos“, Gitarre, Gesang und Inbrunst

„Es braucht mehr Mut eine Brücke zu bauen, als einen Graben zu ziehen“

Mit Berliner Schnauze und französischem Charme sammeln sie Lieder die sie berühren, schreiben Texte die sie bewegen und würzen sie mit ihrer natürlichen Art. Daraus entsteht ein vielsprachiges, herzbuntes Programm – nachdenklich und temperamentvoll. Zum Lauschen, Beine schwingen, Nachklingen. 

Weshalb heißt ihr eigentlich die Mochitos?

Hm, wie das wahrscheinlich häufig so ist: Da will man einen Namen finden, der richtig gut passt, gut auf der Zunge liegt und alles in sich trägt, was uns ausmacht. In unserer Küche hing ein großes Blatt mit vielen tiefsinnigen Bandnamen drauf. Aber irgendwie war nichts davon hundert Prozent. Naja und dann musste es plötzlich schnell gehen und wir brauchten für eine anstehende Veranstaltung dringend einen Namen. Eine Feundin nannte unsere Familienbande immer „die Mochitos“. Also haben wir nach dem Naheliegensten gegriffen und aus David und Maria Moch, ist das Duo „die Mochitos“ geworden. Das Getränk wird übrigens anders geschrieben, aber es schmeckt sehr lecker, ist spritzig und lässt einen berauscht zurück…..das passt doch. 

Was müsste denn der Name beinhalten, der genau zu Euch passt?

Das ist eine gute Frage. Wir sind Utopisten. Wir glauben, dass wir Menschen, fähig sind eine gerechte und liebevolle Welt zu erschaffen. Es muss doch möglich sein, auf dieser Erde zu leben UND sie zu bereichern, anstatt am eigenen Ast zu sägen. Was ist hinter dem Konsum und der Ablenkung wirklich wichtig? Es geht um den Mut etwas zu ändern und so zu leben, dass es für Menschen, Tiere und Pflanzen gut ist. Denn nur so kann es auch am Ende für uns lebenswert bleiben. Darüber singen wir. Das bewegt uns. 

Schluck. Ja, das wird keine einfache Namensfindung 

Lacht. Ja, ich weiß. Deshalb sind wir einfach die Mochitos. Wir haben Lust, Menschen mit unseren Liedern zu bewegen. Im Herzen oder auch in den Füßen. Wir haben Freude beim Singen und die darf überschwappen. 

Wie seid ihr denn auf dem Brassensfestival in Basdorf gelandet?

Naja. Wir fahren regelmäßig mit der Heidekrautbahn und einmal im Jahr stiegen dort interessante Franzosen mit Instrumenten ein und aus. Das war total verwunderlich und hier im Barnim irgendwie exotisch. Irgendwann hat uns ein Bekannter auf dem Geburtstag einer Freundin spielen hören. Er meinte, wir sollten doch mal bei der offenen Bühne vom Brassensfestival im Basdorfer Petticoat vorspielen. Na ick hab nich schlecht jestaunt: eine offene Bühne hier aufm Dorf?! Gesagt, getan. Uns schlackerten die Knie, wir sind auf die Bühne gehopst, es hat gefunkt und seitdem sind wir singender Teil des Basdorfer  Brassensfestivals. 

Singt ihr nur französisch? 

Nö. Da David mit französischer Muttermilch groß wurde und ich ein Jahr in Frankreich gelebt habe, gibt es natürlich eine Menge fränzösische Lieder in unserem Programm. Aber wir sammeln Lieder verschiedenster Sprachen, deren Botschaft und Melodie wir mögen. Unsere eigenen Lieder schreiben wir auf deutsch. Unser erstes Publikum waren übrigens unsere Kinder, denen wir stundenlang Lieder am Bett gesungen haben.  Wir haben oft noch weitergesungen, als sie schon längst geschlafen haben. Als unsere älteste Tochter geboren wurde (das ist jetzt 15 Jahre her) hat David die Gitarre in die Hand genommen und nicht mehr weggelegt. Es fing mit drei Akkorden an. Das hat mich so beeindruckt, denn es ist einfach nie zu spät etwas zu lernen. Wichtig ist die Freude daran und die eigene Entscheidung. 

Und was macht ihr noch, außer Musik? 

Wir sind beide Heilpraktiker von Beruf und haben eine kleine Praxis im Prenzlauer Berg. Da ist hauptsächlich David am Werk. Ich treibe mich leidenschaftlich gerne hier draußen in den Wiesen und Wäldern rum und teile mit interessierten Menschen mein Wissen. Als Phytotherapeutin (das bedeutet Pflanzenheikundlerin) bin ich so faszinert, von unseren heimischen Wildpflanzen und Bäumen. Davon, wieviel Heilkraft und Nahrung es direkt vor unserer Nase gibt. Dabei handelt es sich natürlich oft um Pflanzen, die wir übersehen oder bekämpfen, ohne den Schatz zu erkennen, der uns zur Verfügung steht. „Warum in der Ferne suchen, wenn das Gute liegt so nah?“ Dieses Wissen und diese Erfahrungen gebe ich weiter, in Workshops, Spaziergängen und Weiterbildungen. Ich möchte, dass wir das, was wir einfach und kostenfrei zur Verfügung haben wieder nutzen und schätzen lernen. Dann erkennen wir auch, dass wir diese wilden Lebensräume schützen und vermehren müssen, weil sie auch für uns Menschen wichtig sind. Irgendwie ziehen sich diese Themen durch unser Leben und eben auch durch unsere Musik. 

Was wünschen sich die Mochitos? 

Wir wünschen uns, dass die Menschen sich erinnern, wie schön es ist, sich liebevoll zu begegnen. Wie gut ein freundliches Lächeln tut und dass niemand besser ist als ein anderer. Wenn wir spielen ist es, als würden wir auf eine Reise gehen. Wir teilen Freude, Fragen, Hoffnung. Die Intenstiät und Schönheit des Lebens. 
„Dieselbe Luft, dasselbe Herz 
das selbe Glück, der selbe Schmerz, 
die selben Tränen die wir weinen 
auch wenn wir unterschiedlich scheinen 
es gibt so vieles was uns eint…“ 

aus „Wir sind hier“ 

Das Interview führte unser Freund und Musikkollege Johannes Rosenstock
Kontakt: www.mariamoch.de

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