Ober- oder Gesamtschule: welche Schulform ist die richtige für die Gemeinde Wandlitz?

Über die Frage, ob die Gemeinde Wandlitz überhaupt eine neue weiterführende Schule benötigt, herrscht Konsens. Die Schulentwicklungsplanung der Gemeinde belegt deutlich den Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten in der Sekundarstufe.  Und auch auf Kreisebene wird in Kürze im Rahmen der Schulentwicklungsplanung 2022-2027 die Errichtung von insgesamt vier neuen weiterführenden Schulen diskutiert. Ob die Gemeinde Wandlitz im Planwerk des Kreises allerdings mit einer neuen Schule vorkommt, ist bisher noch nicht bekannt. Aber Vorort-Besuche von Vertretern aus dem Landkreis zur Besichtigung potentieller Schulstandorte fanden zumindest statt.     

Wesentlich diffiziler als die generelle Frage nach der Notwendigkeit für eine weitere weiterführende Schule, ist die Festlegung oder Einigung in der Gemeinde darüber, ob eine neue Oberschule oder doch eher eine Gesamtschule die am besten geeignete Schulform wäre. Wobei der Landkreis als Träger der weiterführenden Schulen ganz klar für den Dreiklang Oberschule, Oberstufenzentrum (OSZ) und Gymnasium im Kreisgebiet plädiert und sich auch in der Gemeinde Wandlitz als potentieller Bauherr, Kosten- und Schulträger – wenn überhaupt – sicherlich ganz klar für eine neue Ober- und nicht für eine Gesamtschule entscheiden würde. 

Bei drei - teilweise öffentlichen - Informations- und Diskussionsveranstaltungen zwischen März und September in Wandlitz und Klosterfelde mit Kommunalvertretern, Leitungen aus den  verschiedenen Schulformen, Vertretern des staatlichen Schulamtes und des Landkreises gelang es nicht, zu einem einheitlichen Meinungsbild bzgl. der Schulform zu kommen. Hier stießen teilweise sehr unterschiedliche, fast schon ideologische Ansichten aufeinander. Wobei es bei dem Treffen im Wandlitzer Ratssaal am 15. September bei einer erneuten Abfrage zum Ende der Veranstaltung eine mehrheitliche Tendenz der Arbeitsgruppenmitglieder für eine Oberschule gab. Jede Schulform, das wurde nach der ausführlichen Diskussion unter Fachleuten deutlich, hat ihre Vor- und Nachteile. Das Ausspielen der Schulen gegeneinander scheint wenig zielführend. 

Bürgermeister Oliver Borchert hatte schon im Vorfeld der Diskussions-Veranstaltungen für Geschlossenheit in Sachen `Weiterführende Schule´ plädiert.  Er begrüßte zwar die ausführlichen Beratungen, plädierte aber sowohl in Richtung politischer Raum wie auch in der Öffentlichkeit zu einem möglichst breiten Konsens. Er zeigte sich erleichtert darüber,  dass die Diskussion um eine weiterführende Schule zwar nicht zu einer abschließenden und einheitlichen Meinung über die am besten geeignete Schulform und auch nicht über den bestmöglichen Schulstandort geführt hat, wohl aber zu einem besseren Verständnis darüber, welchen Einfluss die Gemeinde selbst gegenüber dem Landkreis bei diesem Thema hat. „Unsere Gemeinde ist nicht die einzige Kommune im Landkreis Barnim, die ein starkes Interesse daran hat, noch eine weiterführende Schule innerhalb der Gemeindegrenzen zu erhalten,“ so Oliver Borchert.  Es müsse deswegen gegenüber dem Landkreis ein starkes und einheitliches Signal für eine neue weiterführende Schule gesendet werden. „Ziel muss es sein, im Schulentwicklungsplan des Landkreises mit einer weiterführenden Schule vorzukommen“, so der Bürgermeister. Dafür hat er sich bereits erneut gegenüber dem Landkreis stark gemacht. Ebenfalls hofft die Wandlitzer Verwaltung, dass im Barnimer Kreistag eine fraktionsübergreifende Initiative für eine neue weiterführende Schule in der Gemeinde Wandlitz gestartet wird. Denn zahlreiche Wandlitzer Gemeindevertreter und -vertreterinnen und Bürgerinnen und Bürger sind Mitglied im Kreistag. 

Elisabeth Schulte-Kuhnt
Gemeinde Wandlitz
 

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