„Perle des Nordens“ – wem gehört sie? Droht sie etwa im Häusermeer zu ertrinken?

„Ich kann es nicht akzeptieren, dass wir als Perle des Nordens ein fantastisches Tourismus- und Erholungsangebot auch für die Städter aus Berlin formulieren, aber diesen Menschen den Zuzug verwehren wollen, wenn sie den Wunsch äußern, wie wir dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen.„’Wandlitz den Wandlitzern“ ist eine Parole von gestern, die nichts mit der Zukunft zu tun hat, die ich mir für unsere Gemeinde und ihre neun Ortsteile vorstelle.“ 

So die Worte des Bürgermeisters auf der letzten Gemeindevertretersitzung. 

Was ist das überhaupt für ein Ausspruch eines Bürgermeisters. Was will er uns damit sagen? 

Das Wandlitz ihm gehört? Oder den Investoren?  

Naturnah, ökologisch, behutsam will der Bürgermeister die Ortsteile entwickeln. 

Um das umzusetzen, benötigt man aber einen Plan. Und der Plan kann nicht nur heißen, bauen, bauen, bauen.... 

Dafür benötigt man ein umfassendes Infrastrukturkonzept. Vor allem in den Bereichen Verkehr, ÖPNV, Kitas, Schulen, Trinkwasserversorgung.

Wir bauen heute Kitas und Schulen für diejenigen, die in den letzten Jahren in unsere Gemeinde gezogen sind. Auch damals gab es keinen Plan, wie unsere Gemeinde sich entwickeln soll. Die Auswirkungen zeigen sich heute. Der Bürgermeister saß schon einige Zeit in der Gemeindevertretung, war Vorsitzender des Bauausschusses, Ortsvorsteher von Wandlitz und müsste daher wissen wie es ist, wenn Projekte  nicht ganzheitlich betrachtet werden. Doch nach wie vor gibt es kein Infrastrukturkonzept, kein Gemeindeentwicklungskonzept. Mehr und Mehr holen uns die Probleme einer Gemeindeentwicklung ohne Konzept ein.

Das jüngste Beispiel sind die Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Erst wird medienwirksam der Schieber für eine neue Leitung von Prenden nach Wandlitz aufgedreht und vollmundig durch  den Geschäftsführer des NWA verkündig: 

„Die zweite Transportleitung vom Wasserwerk Prenden nach Wandlitz ist fertig. Mit doppelter Power trotzt der NWA nun dem überdurchschnittlichen Wasserbedarf der Kund*innen in Hitzeperioden“

„Sie wird den Druck im gesamten Netz in Spitzenzeitenstabilisieren“, verspricht Matthias Kunde

„Aber sie ist auch eine Investition in die Zukunft. Alle Ortsteileverzeichnen einen überdurchschnittlichen Zuzug, den wir auch in den nächsten Jahren erwarten. Mit dieser
Investition sichern wir die Trinkwasserversorgung unserer Neu-Niederbarnimer.“

Drei Tage später erlies der NWA eine Allgemeinverfügung mit der Begründung, dass die Sicherung der allgemeinen Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist.

Richtig ist, dass es im Sommer größere Abnahmen von Trinkwasser gibt. Die Gartenbewässerung und die Wochenendgrundstückseigentümer kommen zu den normalen Abnahmen dazu. Es kann aber nicht sein, dass wir alle jetzt den Kopf für eine verfehlte NWA Politik hinhalten müssen. Das Netz ist jetzt schon zu bestimmten Zeiten überlastet, trotzdem ist immer wieder zu hören, auch für zukünftige Bauvorhaben reicht das Trinkwasser. Das glaube ich persönlich nicht. Der Hauptausschuss der Gemeindevertretung hat jetzt beschlossen, dass die Verbandsversammlung eine umfangreiche und externe Prüfung des NWA auf den Weg bringen soll. Es muss endlich offen auf den Tisch gelegt werden, wie leistungsfähig der Verband wirklich ist und welche Schritte gegangen werden müssen, um die Versorgung mit Trinkwasser zukunftssicher zu machen.

Hinzu kommt, dass die Gemeindevertretung beschlossen hat, dass keine neuen Baugebiete erschlossen werden, bevor das Leitbild nicht fortgeschrieben ist, es ein umfassendes Gemeindeentwicklungskonzept gibt und vor allem die Wandlitzer*innen befragt werden, wie sie sich ihre Gemeinde in der Zukunft vorstellen. 

Die Attraktivität einer Region geht schnell verloren, wenn man ohne Rücksicht auf die Lebensqualität, ohne Rücksicht auf Umwelt und Natur allen Investoreninteressen nachgibt. Dann möchte hier niemand mehr Urlaub machen, sich erholen oder dauerhaft leben.

Der Bürgermeister hat in seinem Wahlprogramm stehen, die Naturparkgemeinde Wandlitz und die Entwicklungsachse in Dualität zu entwickeln. 

Ab und an sollte man sich erinnern, was in seinem Wahlprogramm stand.

Petra Bierwirth
Gemeindevertretung Wandlitz
SPD

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    YSeuIxCXNo 22/07/2021 um 22:47
    jhwEckgBLVTlMGd
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    FngjOAKGw 22/07/2021 um 22:47
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    vBqDpmXOHj 06/07/2021 um 05:05
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    tIgRVHGQihC 06/07/2021 um 05:05
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