Corona-Pandemie: Knuddelige Tierkinder gegen die Einsamkeit?

Von Tierärztin Dr. Sabine Buder, CDU-Direktkandidatin für die Wahl zum Deutschen Bundestag

Wissenschaftliche Studien bestätigen, was viele von uns schon längst wussten: Haustiere tun Menschen gut. Als treue Begleiter helfen sie gegen Einsamkeit, Stress und schlechte Laune. Einige halten uns sogar fit und stärken unser Immunsystem. Dennoch sind Haustiere keine Spielzeuge oder Sportgeräte, sondern Lebewesen, für die wir die Verantwortung übernehmen. Deshalb sollte die Entscheidung für ein Haustier wohlüberlegt und keinesfalls spontan getroffen werden. 

Dass die Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf die Haustierhaltung hat, wird mir tagtäglich in meiner Tierarztpraxis vor Augen geführt, indem mir vermehrt Hunde- und Katzenkinder vorgestellt werden. Der Verzicht auf Urlaubsreisen, Ausflüge und andere Freizeitbeschäftigungen, die Zunahme der Heimarbeit, aber auch die mit den Kontaktbeschränkungen verbundene Einsamkeit vieler Menschen, hat dazu geführt, dass Hunde- und Katzenzüchter von einer großen Nachfrage berichten. 

Leider boomt auch der illegale Tierhandel durch das rege Kaufinteresse. Angeboten werden die Tiere häufig über Internetplattformen und Social-Media-Kanäle. Viele von ihnen werden – meist im Ausland – unter tierschutzwidrigen Bedingungen aufgezogen und nach Deutschland transportiert. Meist viel zu früh werden die Welpen vom Muttertier getrennt. Sie sind oft nicht geimpft und leiden unter Krankheiten. Das ist auch deshalb möglich, weil es genügend Abnehmer für diese Tiere gibt, die auf der Suche nach einem neuen Familienmitglied auf kriminelle Geschäfte reinfallen.

Außerdem führen spontane Tierkäufe oft dazu, dass die Kosten für die Haltung und Fütterung, aber auch der Pflege- und Betreuungsaufwand für ein Tier unterschätzt werden. Viel zu oft landen diese Tiere dann im Tierheim oder werden anderweitig weitervermittelt. Erst letztens habe ich mich bei einem Besuch im Tierheim Ladeburg mit meinem Berufskollegen Frank Ehlert, dem stellv. Vorsitzenden des Tierschutzvereins Niederbarnim e.V. ausgetauscht. Während das Tierheim derzeit ein deutlich erhöhtes Interesse an der Adoption eines Haustiers verzeichnet, ist es zu befürchten, dass nach dem Lockdown eine Abgabewelle droht.

Um Enttäuschungen und Tierleid zu vermeiden, rate ich jedem Tierhalter in spe, sich schon vor der Anschaffung des Haustieres Rat bei einem Tierarzt zu suchen. In meiner Tierarztpraxis informiere ich die zukünftigen Patientenbesitzer gerne über die Bedürfnisse der verschiedenen Haustierarten und gebe Tipps für die Anschaffung.

Aber auch als Politikerin liegen mir die Themen Tierschutz und Tiergesundheit am Herzen. Ich setze mich dafür ein, den Handel mit Tieren stärker zu regulieren und den illegalen Tierhandel endlich als Straftat einzustufen. Außerdem möchte ich die artgerechte Haltung von Haustieren in den politischen Fokus rücken. Viele Tiere leiden unbemerkt, weil es den Tierhaltern an Sachkunde und Einfühlungsvermögen mangelt. Das müssen wir ändern. Dazu braucht es Menschen mit Expertise und aktuellem Bezug an den politischen Verhandlungstischen. Gerne möchte ich als praktische Tierärztin für Groß- und Kleintiere meinen Beitrag dazu leisten. 

Dr. Sabine Buder 

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