Mirko Dachroth - Direktkandidat der FDP für die Wahl zum deutschen Bundestag

„Heute konkurriert nicht mehr Brandenburg mit Hessen oder Berlin mit Bayern, sondern Deutschland, wenn nicht Europa, mit dem Rest der Welt.“ 

Zur Bundestagswahl am 26. September tritt Mirko Dachroth als Direktkandidat für die FDP im Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland und Barnim II) an. Der 45-jährige Berufsoffizier, der als Referent im Themenfeld „Strategie und Einsatz der Bundeswehr“ im Bundesministerium der Verteidigung arbeitet, stammt aus Pritzwalk im Nordwesten Brandenburgs und wohnt – nach verschiedenen beruflich bedingten Umzügen – mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen seit 2012 in Hoppegarten. Er ist dort seit mehreren Jahren Gemeindevertreter der FDP sowie Mitglied im Orts- und Kreisvorstand der FDP. Wir haben ihn befragt.

Herr Dachroth – ein Bundestagsmandat erringt der Direktkandidat, der die meisten Erststimmen im Wahlkreis erringt. Wie sehen Sie Ihre Chancen dafür und was ist Ihre Motivation, sich als Direktkandidat der FDP zur Wahl zu stellen?

Ich bin ja durchaus Realist und weiß um meine Chancen. Ich erwarte gar nicht, dass ich Geschichte schreibe. Dennoch freue ich mich auf die kommende Zeit und bin hochmotiviert. Derzeit ist ja noch nicht absehbar, wie der Wahlkampf in diesem Sommer genau aussehen wird, aber ich möchte möglichst viel direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern – seien es Diskussionsrunden, Kandidatenvorstellungen, Informationsveranstaltungen oder auch andere Veranstaltungen oder Feste, die hoffentlich bald wieder möglich sind. Ich möchte dadurch selbst dazulernen, wenn ich Bürgerinnen und Bürgern zuhöre, bei dem, was sie bewegt. Aber natürlich möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern auch zeigen, dass wir als FDP mit engagierten Leuten vor Ort aktiv sind und möchte gern unsere guten Ideen und Ziele vorstellen und dafür werben. Wenn dies am Ende dazu führt, dass Menschen ihre Wahlentscheidung am 26. September nicht nur aus grundsätzlicher Sympathie zu einer Partei oder auf Basis von Trends, Umfragen oder Nachrichtensendungen treffen, sondern auch, weil sie darüber informiert sind, wer sich hier vor Ort für sie zur Wahl stellt, dann wäre ich zufrieden. Glücklich wäre ich natürlich bei einem möglichst guten Ergebnis für mich selbst und bei einem guten Ergebnis für die FDP. 

Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Derzeit werden ja quasi alle Themen von der Corona-Krise verdrängt. Bei fast täglich neuen Verordnungen und Entscheidungen ist es ja unmöglich, den Überblick zu behalten. Dass unser Land, das in der Vergangenheit zu Recht Vorreiter der wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung in Europa war, derzeit so halbherzig, einfallslos und innovationsfeindlich regiert wird, ist erschreckend. Dass es nach einem Jahr Pandemie immer noch keine anderen Ideen als „Dauerlockdown“ gibt, ist hochpeinlich. Wir brauchen endlich Maßnahmen, die die Bürger nicht zu Hause einschließen, sondern ihre Ideen und Motivation fördern. Inzwischen wäre es mit Tests, Impfen und Hygienekonzepten durchaus möglich, mehr gesellschaftliches, wirtschaftliches und soziales Leben zuzulassen. Zu einer weisen Bundespolitik gehört auch, die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte bei den Entscheidungen abzuwägen. Hier versagt derzeit unsere Regierung und mir und uns als FDP fehlt die Strategie. 

Aber Corona-Politik ist eigentlich nicht mein Steckenpferd. Da ich fast 26 Jahre Berufsoffizier bin, ist die Sicherheitspolitik eher das Feld, in dem ich mich zu Hause fühle. Ich weiß, dass dieses Thema nicht besonders attraktiv klingt, aber viele der – abseits von Corona – bestehenden Herausforderungen, wie Klimawandel, Flüchtlingskrise, Energiesicherheit usw., sind zwangsläufig auch mit dem Thema „Sicherheitspolitik“ verbunden. Nicht erst seit der Annexion der Krim durch Russland vor 7 Jahren oder dem kaum durchschaubaren Agieren diverser Akteure in Syrien, Libyen oder auch zuletzt in Berg-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidschan ist offensichtlich, dass es zahlreiche Konfliktregionen in unmittelbarem Umfeld Europas gibt, die ganz erheblichen Einfluss auf elementare Zukunftsfragen haben. Ich nehme gern Ihr Angebot an, dieses und meine weiteren Herzens-Themen, wie Bürokratieabbau, Bürgerrechte oder Einwanderungspolitik in einer Ihrer kommenden Ausgaben nochmals näher vorzustellen.

Was würden Sie denn speziell für Ihren Wahlkreis, also den Landkreis Märkisch-Oderland und Teile des Landkreises Barnim anpacken wollen?

Gerade im letzten Jahr sind viele Probleme, die wir vielleicht nicht exklusiv, aber eben auch in unserer Region haben, stärker bewusst geworden. Dass vernünftige Bildung die Schlüsselressource für eine selbstbestimmte Zukunft ist, ist wohl allen bewusst. Von unserem Anspruch, eine führende Bildungsnation zu sein, die Chancen und sozialen Aufstieg fördert, sind wir aber weit entfernt und mit dem vergangenen Jahr wohl leider weiter als je zuvor.  Davon kann ich mich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder und auch als Elternsprecher und Vertreter in der Schulkonferenz ständig überzeugen. Dazu möchte ich gern einige Bereiche unseres Föderalismus auf den Prüfstand der Zukunftstauglichkeit stellen. Das, was nachvollziehbar nach dem zweiten Weltkrieg an dezentralisierter Struktur und Kompetenz verankert wurde, ist zum Teil heute nicht mehr tauglich. Heute konkurriert nicht mehr Brandenburg mit Hessen oder Berlin mit Bayern, sondern Deutschland, wenn nicht Europa, mit dem Rest der Welt. Hier brauchen wir eine wirkliche Bildungsoffensive – wir brauchen mehr Erzieher in Kitas, damit die frühkindliche Bildung wieder ihren Platz bekommt. Wir brauchen mehr Lehrer, die leistungsorientiert gefördert und auch bezahlt werden, wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter und weitere Spezialisten, um eine vernünftige Bestenförderung zu ermöglichen, aber auch diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen. Wir brauchen kleinere Klassen, bessere Infrastruktur, wirkliche Digitalisierung und Innovationsbereitschaft, um endlich dem Mittelmaß zu entkommen, dass unsere Bildungspolitik chancen- und aufstiegsfeindlich macht. Wir brauchen einheitliche Bildungsziele und gleichwertige Schulabschlüsse in ganz Deutschland. Dem allen steht aus meiner Sicht die zersplitterte Bildungslandschaft zwischen den Bundesländern und das Kooperationsverbot des Bundes, entgegen.

Diese Kritik ist auch auf weitere Bereiche des Föderalismus zutreffend. Brauchen wir unterschiedliche Landesgesetze für Polizeien, die im Zweifel dazu führen, dass ein Polizist aus Berlin etwas darf, dass ein Polizist aus Bernau nicht darf oder andersherum, während für einen Bundespolizisten wieder andere Einsatzregeln gelten? Helfen denn 16 Landeskriminalämter und ein Bundeskriminalamt bei europa- oder weltweit agierenden Kriminellen? Diese Diskussion, die auch ganz unmittelbare Auswirkungen auf unsere Region hat, würde ich gern aktiv führen.

Herr Dachroth, vielen Dank für das Gespräch

Weitere Informationen zu Mirko Dachroth finden Sie auf Facebook und auf seiner Webseite, www.dachroth.com sowie unter www.fdp-mol.de.

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