Wer soll für die Folgen der Pandemie zahlen?

36 Millionär*innen aus Deutschland und Österreich richten einen Appell an die Politik, in dem sie eine höhere Besteuerung von Millionenvermögen fordern:

„Wir sind Vermögende und setzen uns für eine höhere Besteuerung von Vermögen ein, um mehr Chancen, Teilhabe und Zukunftsinvestitionen für alle zu ermöglichen. Unabhängig davon, ob wir durch Arbeit, Erbschaft, Unternehmertum oder Kapitalanlage zu Vermögen gekommen sind, rufen wir zu Reformen in fünf Bereichen auf:

- Wiedereinführung der Vermögensteuer für Millionen- und Milliardenvermögen

- Begrenzung von Ausnahmen für Betriebsvermögen und anderen Sonderregelungen bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer 

- Progressive Steuersätze statt Einheitssatz bei der Kapitalertragsteuer

- Eine Vermögensabgabe für Millionen- und Milliardenvermögen im Falle einer Schuldenbremse

- Striktere Regeln gegen Steuervermeidung und -hinterziehung und bessere Ausstattung der Steuerbehörden“

Quelle: www.taxmenow.eu

DIE LINKE sagt: Ja genau! Es ist Zeit für gerechte Besteuerung. Die soziale Ungleichheit wächst ungebrochen. Während Corona ist die Zahl der Millionäre gestiegen, die Reichsten konnten ihre Vermögen weiter vermehren. Dabei fehlt die Vermögensteuer überall: Die Einnahmen würden an die Bundesländer gehen. Die könnten sie nutzen, um den Modernisierungsstau in der Bildung zu beseitigen – von funktionierenden Klos bis zu Laptops – und bezahlbaren öffentlichen Wohnraum schaffen.

Deshalb fordern wir:
• Vermögensteuer auf Vermögen oberhalb von 1 Mio. Euro

• Einkommen aus Kapitalgeschäften besteuern wie alle Einkommen 

• Die Kosten der Corona-Krise mit einer Vermögensabgabe ab 2 Mio. Euro mitfinanzieren– kein Sozialabbau!

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was das alles mit Wandlitz zu tun hat. Ganz viel. Ich bin seit 2019 Gemeindevertreterin. In vielen Diskussionen, Beschlussvorlagen und Anfragen geht es um Geld. Um die Finanzierung von Wohnraum, Schule, Kita, Straßenausbau. Wenn wir das Vermögen in unserem Land so verteilen würden, wie es DIE LINKE vorschlägt, bräuchten wir nicht darüber streiten, ob wir eine Gesamtschule bauen oder eine Oberschule erhalten. Ich befürworte eine Gesamtschule, wünsche mir aber auch, dass der Oberschulstandort Klosterfelde erhalten bleibt. Dann bräuchten wir auch nicht argumentieren, dass bei Auszug der Oberschule mehr Platz für die Grundschule wäre. Wir würden easy eine Lösung finden. Bildung generell. Eine Lehre aus der Pandemie sollte sein, dass kleinere Klassen maßgeblich dazu beitragen, dass auf alle Kinder individueller eingegangen werden kann und lernen und lehren effektiver, nervenschonender und Ressourcenorientiert stattfinden kann. Regionales Bio-Essen für unsere Kita- und Schulkinder, zubereitet von bei der Gemeinde angestellten Köchen? Kein Problem! Wir könnten in sozialen Wohnungsbau investieren, um bezahlbaren Wohnraum für unsere Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellen zu können. Und den öffentlichen Nahverkehr machen wir kostenfrei, dann fällt es auch leichter mit dem Zug zur Arbeit zu fahren, statt sich im Schrittempo durch Wandlitz zu quälen. Das ist gut für den Geldbeutel und für die Umwelt.

Übrigens finde ich den Satz: „Wandlitz den Wandlitzern!“ unmöglich. Ich finde es sowohl inakzeptabel, wenn dieser Satz von Gegnern des Baubooms benutzt wird, als auch wenn er vom Bürgermeister als Legitimation desselben benutzt wird. Was wir brauchen ist kein Ausspielen von „Wandlitzer*in gegen Zugezogene, sondern ein Konzept für eine nachhaltige und schrittweise Entwicklung der Gemeinde. Ein Konzept, indem die Bedürfnisse der Menschen – egal ob zugezogen oder „Ureinwohner“ – im Mittelpunkt stehen und nicht Profitinteressen von Investoren. Das geht aber nur mit den Menschen vor Ort. Und da ist noch viel Luft nach oben.

Ich bin Isabelle Czok-Alm, 48 Jahre alt, Erzieherin und Direktkandidatin zur Bundestagswahl für DIE LINKE im Wahlkreis 57 Uckermark-Barnim I.

Laut für die Leisen! #TakeitIsi

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert