Wieviel Kritik verträgt eine Demokratie?

 „Von einem der Auszog das Fürchten zu lernen“

Vorweg möchte ich dem Leser mitteilen, dass die Redaktion des Heidekrautjournals an mich herangetreten ist, meine Sicht der Dinge bezüglich des Geschehens, welche sich nach meinem Bericht im Amtsblatt der Gemeinde Wandlitz (Erscheinungsdatum 17.03.2021) im politischen Raum ereigneten, zu schildern. Auch muss vorweg ausdrücklich betont werden, dass ich diese Zeilen ausdrücklich als Privatperson und nicht als Person im öffentlichen Amt oder als Mitglied einer Fraktion niederschreibe bzw. kundtue. Meines Erachtens nach ist es an der Zeit, dass wir uns wieder ehrlich Fragen, ob das heutige Verständnis von Demokratie im Allgemeinen und der darin inkludierten Meinungsfreiheit im Besonderen noch das Gleiche ist. Meiner Ansicht nach ist es das nicht! Warum?

Nach meinem letzten neutralen Bericht im Amtsblatt entflammte eine rege Diskussion über meinen Beitrag hinsichtlich der eingesetzten Links bezüglich der aktuellen „Coronaeindämmungs“ Maßnahmen. Ich hatte hier ohne jegliche Wertung Linkverweise eingebaut, welche zum Nachdenken, nicht zum „Querdenken“ anregen sollten. Diejenigen von Ihnen, welche den Bericht gelesen haben, wissen worum es geht. Nach dem Erscheinen wurde dann die Gemeinde Wandlitz durch die „Organisation Faktenchecker“ angeschrieben und unterstellte mir in einer widerlichen, in dritter Person geschriebenen Art und Weise, ich sei ein Verschwörungstheoretiker und Coronaleugner und glaube an eine Weltverschwörung. Schon allein die Art des „Angriffs“ ist einer Demokratie unwürdig und beschämend zugleich. Einer Organisation wie die Faktenchecker, scheint dies jedoch egal zu sein. Sind diese doch angetreten, um Recht zu haben. Im Weiteren heftigen jedoch kurzen Diskurs stellte sich aber dann heraus, dass die Organisation Faktenschecker leider nicht im Ansatz ihren Namen verdient. Weder haben diese recht noch „checken“ diese wirklich Fakten. Haltlose Vorwürfe verbunden mit hanebüchenen Vergleichen wurden als Grundlage obiger Behauptungen herangezogen. Einzig wohl, um kritisches Denken mundtot zu machen. Ganz nach dem Motto - Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie sind unserer Meinung. Um so trauriger ist es meiner Ansicht nach, dass sich viele Menschen auf solche fragwürdigen Gruppierungen berufen, um ihre Meinungen im öffentlichen Diskurs zu untermauern. Ich darf hier nur eindringlich davor warnen, ungeprüft die Stellungnahmen zu übernehmen. 

Hier ein kleines Beispiel:
Allein mein Verweis auf die Internetseite der Heliosgruppe hinsichtlich der täglichen Zahlen zur Betten-Auslastung ohne jegliche Kommentierung meinerseits, wurde von dieser Gruppierung wie folgt kommentiert: 

„Genau diese Argumentation wurde im Oktober / November 2020 immer wieder bei Demonstrationen der rechtsoffenen Querdenkerbewegung, von Corona-Leugnern und Verschwörungsideologen, wie dem Wandlitzer Atila HIldmann verwendet.“ 

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Da wird ein ausschließlicher Linkverweis bezüglich der Auslastung der Intensivbetten als rechtsoffen bezeichnet und im gleichen Atemzug der Querdenkerbewegung von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern zugeordnet. 

Prof. Dr. Andreas Meier-Hellmann, Helios Geschäftsführer Medizin (CMO) schreibt auf der Internetseite der Heliosgruppe (mein Linkverweis) eingangs dazu selbst sehr verständlich: „Die Zahl der Neuinfektionen allein ist noch nicht aussagekräftig darüber, ob unser Gesundheitssystem mit der Pandemie umgehen kann. Entscheidend ist die Lage in den Kliniken. Um über die Auslastung der Helios Kliniken transparent zu informieren, stellen wir die Angaben für alle unsere Kliniken täglich auf unserer Webseite zur Verfügung“. 
Allein das war mein Ansinnen, transparent zu informieren.

Die Ansicht der Faktenchecker ist jedoch folgende: „Bereits 2020 nahm das Helios-Klinikum zu diesen Falschdarstellungen Stellung. Ebenfalls wurde der Verweis auf Betrug mit Corona-Fallzahlen durch das Recherchenetzwerk "correctiv" einem Faktencheck unterzogen. Hält der Herausgeber des Wandlitzer Amtsblattes eine unkommentierte Verbreitung von Falschaussagen für richtig und was soll den Bürgerinnen und Bürgern von Wandlitz damit vermittelt werden?“

Ich darf hier dieses Trauerspiel mit den Worten von Frau Sarah Wagenknecht im Interview mit Cicero, April 2021 kommentieren: „Sobald man etwas sagt, was einigen nicht gefällt, wird man mit dem Hammer angeblicher AFD-Nähe erschlagen. Das ist niveaulos. Wenn die Sonne scheint und die AFD sagt die Sonne scheint, werde ich nicht aus Prinzip behaupten, dass es regnet.“

Eine solche Vorgehensweise wirkt vielleicht bei einigen, bei mir ist es indes nicht der Fall. Ich bin der Meinung, Demokratie lebt von der Meinungsfreiheit. Demokratie muss Unterschiede ertragen und Raum geben für Differenz und Widerspruch, vor allem in einer Zeit, in der das politische Meinungsspektrum in Deutschland weit auseinandergeht, ja fast schon gespalten ist. Nur in einem breit geführten Diskurs können Alternativen geprüft und Kompromisse gefunden werden, nur so ist es möglich, die Essenz des Besten zu bekommen. Wir müssen die Meinung des anderen akzeptieren und diese sachlich betrachten. Es geht nicht um Recht haben oder Recht behalten, es geht um die Schaffung des Besten zum Wohle aller. 

In diesem Sinne…

Herzlichst ihr Rico Brauer
Ortsvorsteher Klosterfelde

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